Der nächste Ausländer, der in meiner Reichweite „Scheiß Deutschland“ brüllt (aus beliebigem Anlass – heute war’s ein engagierter Busfahrer), kiegt von mir DERmaßen nen Stiefel durch die Beißer gezogen, dass er sie in seiner Herkunftsgosse wieder zusammen sammeln kann.
Da mag der liebe Herr Sarrazin noch so eindimensional sein, aber manchmal und in manchen Momenten hat dieser Mann leider sehr Recht.

Oha, das darf man ja eigentlich keinem zeigen. Ist ja richtig peinlich, dieser Ausbruch von Aggression und verbaler Gewalt, belastet mit Vorurteilen, Verallgemeinerungen und Gewaltphantasien… …willkommen, liebe Leute, in der Wirklichkeit!
Ich gebe zu, diese Wut zu empfinden. Ich bin – verdammt nochmal – scheiße wütend auf diese gegeeeelten (vorsicht, Verallgemeinerung), adretten Style-Opfer (*Niveaulimbo) mit ihrem arroganten, herrischen, gang-mäßigen Arschloch-Gehabe, die sich wie selbstverständlich jedes Recht rauszunehmen scheinen, die pöbeln und beleidigen. Diese Gossen-Bande, die sich hier breit macht, ihre ureigene Vorstellung von Kultur und Gleichberechtigung wie selbstverständlich und unumstößlich vertritt und ihrer Umgebung aufzwingt. Dieses Pack, das sich – sorry – schmarotzend in unseren Sozialstaat einnistet ohne auch nur den allergeringsten Anschein von Respekt vor selbigem System oder gar vor der dahinter stehenden kulturellen Identität zu zeigen. Und der Gipfel der heuchlerischen Unverschämtheit dieser unfassbar dreisten Respektlosigkeit ist dann der Auswurf Ausruf „Scheiß Deutschland!“.
Sorry, dann geh doch in den Kanal zurück, aus dem du gekrochen bist, du verdammtes Arschloch!

Das ist eine sehr emotionsgeladene Debatte. Und ich trage – das weiß ich – nicht gerade (haha) zum sachlichen Dialog bei. Aber was die meisten Politiker erstaunlicherweise entweder übersehen oder aber bewusst ignorieren (aber warum?!) ist eben diese Tatsache, dass dies die Realität ist. Warum bitte sonst verkauft sich das Buch des Herrn Sarrazin wie das letzte Wasser in der Wüste? Man muss blind und taub sein und außerdem schon tot, um da keinerlei Zusammenhang zu erkennen. Und ich will hier gar nicht alle Thesen und Aussagen des Herren Sarrazin unterstützen. Mir geht es darum, dass etwas schwelt in der Volksseele. Und sich gegenüber dieser wirklich mehr als überfälligen Debatte derart zu verschließen, ist nicht nur eine Unverschämtheit eines deutschen Volksvertreters seinem Volk gegenüber (ne? VolksVERTRETER und so), sondern dazu auch noch im wahrsten Wortsinne brandgefährlich (um mal beim Schwelbrand zu bleiben). Denn wenn diese emotionale Bombe nicht behutsam angegangen wird, man sich nicht ernsthaft mit diesem Thema und der Stimmung in der Bevölkerung auseinandersetzt, ist der Schwelbrand irgendwann stark genug, um massenhaft von radikaleren Leuten abgeholt zu werden. Und die Zeit läuft. Mit jedem Tag der vergeht, an dem Leute wie Sarrazin von der öffentlichen Meinung abgewatscht werden und aus Parteien ausgeschlossen werden, und mit jedem Tag, an dem diese dringende Diskussion nicht akzeptiert wird, gewinnen die radikalen Kräfte, die eines Tages wieder dastehen und die Emotionen der Bürger, für die die normale Politik kein Gehör mehr hat, ausnutzen. Und auf diesen Tag möchte ich gerne verzichten, denn er wird für keinen von uns sehr schön werden.
Viele argumentieren „Ja, als Deutscher darfst du sowas nicht sagen.“ – Ganz falsch! Komplett hunderprozentig und katastrophal GANZ falsch. Denn gerade als Deutscher, mit dieser Vergangenheit und mit auch nur einem HAUCH politischer Sensibilität und historischem Verantwortungsbewusstsein (holla, Unwort 2011) MUSS man hier etwas sagen. Es ist unsere verdammte Pflicht, uns jetzt mal zu trauen, die Dinge, die uns auf der Seele lasten, anzusprechen. Das Problem muss benannt und nicht totgeschwiegen werden bis zur letzten Minute, wenn es für vernünftigen Dialog längst zu spät ist und der Fanatismus längst Herrschaft über die allgemeine Meinung erlangt hat.
Leute, das ist sehr gefährlich und ich bin wirklich entsetzt, dass die Politik das nicht sieht oder sehen will.