Oh mein Gott.
Ich kann mich irgendwie aus frühen Tagen meiner Kindheit daran erinnern, dass man an Silvester zum Zeitpunkt des Jahreswechsels seine Feuerwerkskörper zündet. …ja… und NICHT schon zwölf Stunden vorher mit stetig steigender Intensität.
Also, wie vielleicht schon vermutet, dreht sich jetzt alles um dem 31.12. bzw. des Wechsel zum 01.01.
Ich war mit einigen Freunden zum Rhein geschlendert, um gegen null Uhr das Feuerwerk bestaunen zu können.
Und allein auf dem zehnminütigen Fußweg begegneten mir schon zig völlig alkoholvergiftete Hohlbrinsen, die ihr gesamtes – und teilweise nicht unerhebliches – Arsenal bereits komplett verschossen hatten. Haben die das anders gelernt? Haben sie in ihrem Suff die Armbanduhr verkehrtherum angelegt und 18.00 für 0.00 Uhr gehalten? Oder mag es vielleicht an etwas anderem liegen?
Am Rhein angelangt bot sich uns bereits um halb zwölf ein Bild, das sich bis halb eins nicht im Geringsten ändern sollte. Der Jahreswechsel – einst mit kribbelnder Spannung erwartet und schließlich aufgeregt runtergezählt – war an diesem Abend mit nichts zu erkennen. Der Effekt fehlte völlig.
Ohne meine Uhr hätte ich nicht gewusst, wann es sich zum neuen Jahr zu umarmen galt, wann es Zeit war die eigenen Raketen zu starten. Ich war erstens sehr traurig, weil ich mich sehr auf den tollen Effekt gefreut hatte, um null Uhr den Himmel in Flammen aufgehen zu sehen und zweitens sehr verbittert über diese völlig verkommene Haltung vieler Menschen an Silvester. Der eigentliche Geist des Festes ist inzwischen verwaschen worden von all den hohlen Spacken, denen die nötige Disziplin fehlt, ihr Feuerwerk zum Jahreswechsel zu starten.
Ich weiß, es gibt in der Tat Schlimmeres auf dieser Welt. Aber dies ist nur ein weiteres Symptom der großen Dummheit, die sich durch unsere Reihen zieht.
Ätzend!
Ben