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SZ.de: USA fordern von Snowden Mut zur Rückkehr
Unter anderem fordert man von ihm […] „den Mut zu haben“, den Anschuldigungen in seiner Heimat entgegenzutreten.
Helft mir vielleicht gerade nochmal schnell… ähm… wer bringt hier noch gleich Anschuldigungen gegen wen vor?

Das ist ja an abgrundtief bodenloser Unglaublichkeit nicht mehr zu überbieten.

Diese ganze Auseinandersetzung geriert sich gerade zu einer Art Stellvertreterkonflikt. Die Supermacht U.S.A. nimmt sich für sich heraus, sich einen Scheiß um Menschenrechte, um Persönlichkeitsrechte und sogar um das Recht auf Leben zu scheren. Snowden drohen in den U.S.A. mit Sicherheit Folter und Tod. Dabei sind es die U.S.A., die ein Unrecht begangen haben und es ist Snowden, der dies öffentlich gemacht hat. Aber anstatt ihn als Widerstandsheld zu feiern, will dieses widerwärtige, kranke und finalkorrupte Drecks-System ihn töten.
Wenn man sich aber mal überlegt, wen dieses System schützt und wer sowohl davon profitiert als auch dahinter steht, wundert man sich eigentlich nicht mehr. Denn Snowden als Kämpfer für die Bürger, für die Freiheit und für die Ehrlichkeit, als Demaskierer und Rebell steht eindeutig gegen die Interessen dieser dunklen Hintermänner – der finanzstarken Wirtschaft.
Und auch die Haltung unserer eigenen Bundesregierung in dieser ganzen bitteren Farce ist wenig verblüffend. Zumal auch sie nichts weiter ist als eine Galeonsfigur des Kapitalismus. Und dem Kapitalismus ist nunmal daran gelegen, die Kontrolle zu bewahren. Das gelingt ihm unter anderem mit Allwissenheit durch so Marionettenbanden wie der N.S.A.
Wer wirklich glaubt, unser soziales und politisches System wäre noch dazu da, dem Bürger zu dienen und ihn zu schützen, der hat die letzten 100 Jahre verpennt. Das war vielleicht einmal so. Weil es auch ursprünglich so gedacht war. Aber auch dieses System konnte der Niederträchtigkeit Einzelner nicht standhalten. Und irgendwann zu irgendeinem Zeitpunkt gab es den ersten luschigen Versager unter den Politikern, der sich von irgendeinem Arschloch hat kaufen lassen. Und von da an war das System gestorben. Denn seitdem lebt es als untoter Zombie nur noch durch immer neue Geldinfusionen aus der Wirtschaft. Das perfide daran ist, dass man einer Diktatur ansieht, dass sie eine Diktatur ist. Und ist der Diktator ein mieser Despot, gibt es wenig, das zu verbergen oder die Augen davor zu verschließen (klar, gelingt auch hier immer wieder, aber es ist eben wirklich schwieriger). Unsere sogenannte Demokratie allerdings ist dermaßen undurchsichtlich und verworren und widersprüchlich geworden, dass es den Menschen überhaupt nicht auffällt, dass sie schon lange nicht mehr die allergeringste Kontrolle haben. Dass sie schon lange nur noch Erntevieh sind. Humankapital. Konsumopfer.
Wir sind mitten drin in der Dystopie – und merken es nicht.

Und am Ende erlaube ich mir noch genüsslich aus ein paar Kommentaren unter dem Artikel bei der Süddeutschen zu zitieren:

nur Mut ! ?

ich glaube den mut sollte der sog. fridensnobelpreisträger obama haben.
er sollte vor aller welt eingestehen, daß die bedrohung von den usa kommt!
Bocian

Warum sollte er den „kriminellen Anschuldigungen“ gegenübertreten?

Schön aber, dass einmal so klar gesagt wird, das diese Hexenjagd auf Snowden mit Rechtsstaat nichts mehr zu tun hat, sondern nur noch als kriminell zu bezeichnen ist – so wie die ganze Massenüberwachung.
hans_müller

Soso, hm, hm, , wenn ein entzückender Haufen bösartiger Dummheit Mut zur Rückkehr fordert, dann sollte man Ihnen mit sapere aude antworten. Wenn Kant nun mit „sapere aude“ auffordert, uns mutig unseres Verstandes zu bedienen, fällt mir auf, dass wir seit seiner Aufforderung durchweg vom einen zu viel, und von Letzterem zu wenig einsetzten. Der Mut würde hier nun für die usaner darin liegen, den persönlichen Rechten eines jeden Menschen, ja, eines jeden, Geltung zu verschaffen, aber holla, genau, dann müssen deren auch unsere Landesgesetze (z.B. GG §10 u.a.) massivst hinterfragt werden! Immerhin ist das Post- und Fernmeldegeheimnis in deu, wie just bewiesen, verletzlich! Weltweit!
Tojoe

„Er sollte nach Hause kommen und den Mut haben, den kriminellen Anschuldigungen gegenüberzutreten“,
Köstlich. Er soll den Mut haben. Die amerikanische Regierung sollte mal den Mut aufbringen ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen und vorallem sollte sie den Mut aufbringen, die bespitzelten Länder genaustens darüber zu informieren was sie alles an Informationen gesammelt haben.
Davon abgesehen ist es nicht mutig in ein Land zurück zu kehren, in dem man unter Umständen die Todesstrafe fürchten muss. Das wäre nicht mutig, das wäre einfach nur dumm.
IstEsWahr

Wie ein perverser Alter, der versucht ein Kind zum Mitkommen vom Kinderspielplatz zu überzeugen. Fehlt gerade noch, dass sie ihm Schokolade versprechen…
harrymccool

Mut? Eher Tollkühnheit…

Ist wohl so nen schwacher Versuch um den Snowden als Feigling darzustellen.
Aras Al-Hajjaj Abbasi

Zurück in ein Land, das Hunderte ohne Gerichtsentscheidung einfach so einsperrt? Ein Land, das den Sicherheitsrat belogen hat? Ein Land, in dem ein Weißer einen Schwarzen auf der Straße stellt, ihn dann erschiesst und schließlich freigesprochen wird?
Für wie blöd halten die Snowden?
Happy Phantom

Inzwischen ist die Dreistigkeit, Verlogenheit und Unverschämtheit der USA kaum mehr zu übertreffen:

„Die beste Quelle, um Informationen über Verschwendung, Betrug und Amtsmissbrauch von Regierungsbehörden zu erhalten, ist ein Staatsangestellter mit Integrität, der das meldet und anzeigt. Ich werde deshalb das Informanten-Gesetz (whistleblower laws) für alle Staatsangestellten stärken, die Verschwendung, Betrug und Amtsmissbrauch aufdecken“.
Barack Obama 2008

Neben Manning gibt es natürlich noch viele andere whistleblower, die in den USA entweder im Gefängnis sitzen, oder umgebracht wurden. So z.B. Barrett Brown, sein Fall ist in Deutschland kaum bekannt. Ein Journalist, der für den Guardian, Vanity Fair etc. schrieb. Er sitzt seit fast einem Jahr, ohne die Möglichkeit auf Kaution in einem Gefängnis, weil er die Machenschaften der NSA aufdeckte und diese veröffentlichen wollte.
Quelle: vice.com
Quelle: guardian.com

Auch Michael Hastings, Journalist für „Rolling Stone“ und whistleblower, der General McChrystal zu Fall brachte, wurde offensichtlich ermordet.
Quelle: we-are-change.de

Wie problemlos derartige Unfälle inszeniert werden können, erfährt man hier.
Quelle: Salon.com

Warum sollte Herr Snowden sich überhaupt stellen, hat er doch nur seine vaterländische Pflicht getan und die US-Verfassung, sowie den „Bill of Rights“ verteidigt, wie er es zu tun, jeden morgen vor Schulbeginn schwören musste. Eine US Staatsrechtlerin schrieb vor 2 Wochen in der Washington Post:“ Die Handlungen von Herrn Snowden sind zwar illegal, aber verfassungskonform. Der Patriot Act hingegen ist legal, aber verfassungswidrig“. Verräter an der Verfassung ist als nicht Herr Snowden, sonder die Abgeordneten und Senatoren, die für den Patriot Act stimmten, sowie der Präsident, der ihn unterzeichnete, hebelte doch der Patriot Act die Verfassung und den BIll of Rights aus.

frsn2