+++ Erdogan wirft Deutschland Nazi-Methoden vor. +++
+++ Merkel sagt, so etwas könne man im Grunde gar nicht kommentieren. +++
+++ Schulz fordert nun deutlichere Worte von Merkel… +++

Mja, die Geschichte hat zwei Seiten. Ich bin mir da tatsächlich selbst nicht ganz sicher, was jetzt wirklich richtig ist. Denn: don’t feed the troll. Die Äußerungen von Erdogan sind so haarsträubend dumm, dass man – wie Merkel schon ganz richtig gesagt hat – auf sowas eigentlich gar nicht reagieren KANN. Diese türkische Witzfigur hat sich schon vor vielen Jahren mit Anlauf ins Abseits gestellt, indem er der Welt seine brachiale Beschränktheit demonstriert hat. ABER(!) dieser jämmerliche Troll ist blöderweise bald Imperator eines sehr großen, und (noch) sehr einflussreichen Landes – und zwar nicht nur geopolitisch, sondern auch kulturell. Und an dieser Stelle endet die Sinnhaftigkeit das ansonsten einzig richtigen Verhaltens gegenüber einem peinlichen Schreihals, der nur will, dass man ihn endlich beachtet – die Nichtbeachtung. Denn mit Nichtbeachtung überlässt man ihm den Raum, den er mit seinen unverschämten Worten zuvor unberechtigterweise eingenommen hat. Leider hat Erdogan offenbar niemals das frühpubertäre Stadium seiner charakterlichen Entwicklung überwunden, weil er sich aufführt, wie ein pöbelndes Arschloch in irgendeinem verkommenen Hinterhof. Die Frage ist, welche Reaktion man hier idealerweise wählt. Wie gesagt, normalerweise würde ich Merkel (in diesem Fall!) vollkommen zustimmen – normalerweise muss man auf so eine hochnotpeinliche Selbstoffenbarung gar nicht reagieren. Der Schreihals Erdogan sollte mit Verwunderung und vielleicht Mitleid bedacht werden – der Staatschef Erdogan aber braucht ganz dringend eine eiskalte Dusche. Und das ist es, was Merkel nicht kann. Das ist es, was Martin Schulz (denke ich) meint.