Ach, und anzumerken ist noch der tapfere Kreuzzug der Ordnungshüter gegen die Dreistigkeit so manches Parkers. Neben der Tatsache, dass mir letztens für 12 Minuten Parkens vor meiner Haustüre (5. Stock, eben Einkaufstüten auspacken und in den Kühlschrank räumen, wieder runter hechten und Auto entfernen kann man eigentlich auch locker innerhalb der gesetzlich durchdachten drei Minuten schaffen) die liebgemeinte Gebühr von 15 Euro berechnet wurde, konnte ich neulich Zeuge einer dramatischen Szene einer beinahe heldenhaften Schlacht von Gut gegen Böse werden. Ein Ordnungshüter (ausgestattet mit Block, Stift und Taschencomputer) patroullierte inmitten des umkämpften Feindeslandes (ein berüchtigter Parkstreifen mit Parkscheinautomat und weißen Linien), als er plötzlich – dank seiner Adleraugen hinter der gewaltigen Brille – der Gefahr für die öffentliche Ordnung gewahr wurde:
Ein Auto (dessen nähere Beschreibung hier nicht wichtig ist), stand mit den Vorderrädern doch tatsächlich genau auf dem finalen weißen Streifen der Parkreihe. Und jenseits seines Kühlergrills gähnte nur noch die klaffende Lehre der ungepflegten, vergessenen Begrünung.
Unbeeindruckt von den dreisten Täuschungsmanövern des Fahrzeughalters, die sich im Speziellen durch Auslegen eines gezogenen Parkscheins sowie Einhaltung der gesetzlichen und bezahlten Parkdauer äußerten, vollstreckte er die gerechte und nötige Strafe. Hoffentlich reichen ihm heute die Blätter auf seinem Block.
Wir alle können nur hoffen, dass der Halter des Fahrzeug durch diese Maßnahme lernt und niemals wieder die öffentliche Ordnung durch solch eine mutwillige und auch äußerst gefährlich Überschreitung seiner Grenzen gefährdet. Schade, dass unsere lockere, freundliche Gesellschaft noch immer von solch rebellischen Subjekten durchsetzt ist.

Ben.