Erst jüngst hat ein agressiver Machthaber unserer Zeit einen blutigen und gnadenlosen Feldzug veranstaltet auf seiner Jagd nach den Terroristen und den Feinden der Freiheit. Zum Opfer gefallen ist diesem Feldzug beispielsweise eine langlährige Diktatur in einem Wüstenstaat. Dieser Wandel bot die unvergleichliche Chance, endlich zum Wohle der Freiheit der dort lebenden Menschen eine Demokratie zu errichten – Sinnbild der modernen und humanitären Herrschaftsform… dachte ich mal.
Denn als eines der ersten wirklich medienrelevanten Ereignisse bringt diese junge Demokratie nun ein Todesurteil hervor. Ich möchte hier mitnichten behaupten, dass der Verurteilte unschuldig sei oder dergleichen. Eine Strafe für seine Verbrechen an den Menschen hat er zweifellos verdient. Jedoch hatte der Mensch noch niemals das Recht über Leben und Tod anderer Menschen zu entscheiden. Und in einer Demokratie wirkt das ganze noch viel befremdlicher. In einer Diktatur kann man sagen „Der Herrscher – der ja nur eine Person ist – hat jemanden zum Tode verurteilt“. Das ist bitter… in einer Demokratie erinnert soetwas aber fürchterlich schnell an mittelalterliche Hexenverbrennungen, wo auch eine Gruppe von Menschen (hier eben das Volk – „Demos“) Einzelne tötet – aus welchen Gründen auch immer. Mitglieder dieser jungen Demokratie müssen also stets um ihr Leben fürchten – immer in Angst, einem Teil der anderen könnte ihr Gesicht nicht mehr gefallen. Ok, „zwischen Diffamierung und Todesurteil steht noch das Gericht und auch das Gerichtsurteil“, werden die Experten nun sagen. Aber wieviele Unschuldige wurden beispielsweise in der Geschichte der Vereinigten Staaten durch diese beispielhafte Demokratie fälschlicherweise hingerichtet?
Scheinbar gehen Vorstellungen von Demokratie zwischen verschiedenen Menschen weit auseinander. Mein Kommentar zum jüngst vollstreckten Todesurteil wäre jener:
„Dieses Urteil ist nach nur wenigen Monaten dieser jungen Demokratie leider schon jetzt der Beweis ihres Versagens.“
Aber der agressive Machthaber unserer Zeit urteilt da etwas anders. Er spricht vielmehr von „einer bedeutenden Leistung dieser jungen Demokratie.“
Und wieder einmal bin ich froh, in einem – in diesem Zusammenhang – ideologisch sehr fortschrittlichen und humanitären Rechtssystem zu leben!
Besorgt um die Menschen…
der Ben.