Unter dem Artikel „Gerücht um Snowden: Boliviens Präsident Überflugrecht verweigert“ auf Heise.de gibt es im Forum ein paar wirklich interessante Kommentare, die ich auf diese Weise einmal erhalten und ein bisschen ins zaghafte Licht meines Blogs stellen möchte:

Wir leben halt im 21. Jahrhundert …
Captain Data
… und die Zukunft hat begonnen. Leider nicht positiv, leider nicht im Sinne einer Utopie mit weniger Krankheiten, weniger Hunger und mehr Menschlichkeit, sondern eben andersrum: eine Dystopie. Hier gibt’s jedes Jahr neue Seuchen und selbst alte Krankheiten kehren wieder. Hinzu kommt eine gnadenlose Kommerzialisierung der Gesundheit, dass immer weniger Menschen sich die nötigsten Medikamente leisten können.
Auch der Hunger ist auf dem Vormarsch, weil wir eine Menge Anbauflächen für Biosprit brauchen. Ab in den Tank, statt in den Magen lautet die Devise. Von den Rohstoffzockern muss ich nicht anfangen.

Und Menschlichkeit?
Ich glaube, die Menschlichkeit hat ausgedient. Humanismus ist ein Fremdwort. Ein Mensch ist nur so viel wert, wie er Umsatz generiert. Je mehr Dollarzeichen auf einem Menschen stehen, desto wertvoller. Aus Sicht der Elite ist damit jeder wertlos, der nicht mindestens ein paar Millionen Dollar auf dem Konto hat – und damit sind 7 Milliarden Menschen „entbehrlich“. Entsprechend sieht auch die Politik aus. Damit das so bleiben kann, werden die Geheimdienste mit ultimativen Waffen ausgestattet; der Pöbel will überwacht sein, sonst rottet er sich zusammen und begehrt gar auf. Mit ausreichend Überwachung und den Einsatz von V-Leuten lässt sich aber jeder Widerstand zerstreuen, die Leute gegeneinander aufhetzen. Das muss so sein, damit die Elite weiter so walten kann, wie sie will.

Wir haben Krieg.
Wir haben ihn nicht begonnen, aber wir haben ihn hier.
Es ist kein Krieg, der mit Gewehren und Kanonen geführt wird, sondern
mit Informationen und Geld, viel, viel Geld.

Die westliche Welt – das sind nicht die Guten.
Und noch nie mehr als heute schäme ich mich dafür, überhaupt ein
Mensch zu sein.
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Re: Wir leben halt im 21. Jahrhundert …
ekelpaket
Danke für diese Zeilen. Du sprichst mir aus der Seele. Klingt nur ein wenig endgültig. Klar ist Krieg, aber noch ist er nicht verloren. Es müssten noch mehr Leute den Arsch hochbekommen und was gegen die ganze Scheiße unternehmen.

Mit guten Worten allein erreicht man leider gar nichts. Am besten fängt jeder in seinem Bekanntenkreis an, aufzuklären und den Menschen die Augen zu öffnen. Das ist nicht viel verlangt und ein Anfang. In der Hoffnung auf eine bessere Welt…
Quelle

Re: Wir leben halt im 21. Jahrhundert …
Captain Data
Dazu braucht es leider erstmal einen Märtyrer. Ist zynisch, wenn ich das sage, aber bevor die Mehrheit den Mut hat, etwas zu sagen, braucht es einen Auslöser. Jemanden, der den ersten Schritt macht und dabei sein Leben verliert (ob nun tatsächlich oder nur sprichwörtlich, ist egal). Voraussetzung ist jedoch eine gewisse und bestimmte (nicht diffuse) Unzufriedenheit mit den aktuellen Zuständen.

Nur sehr, sehr wenige Menschen eignen sich dazu, „Rädelsführer“ und damit Gesicht eines Aufstandes zu werden. So einen kenne ich nicht und ich wette, niemand kann so jemanden nennen.

Die ZWEITE Möglichkeit, wie etwas wie eine Revolution losgetreten werden kann, ist ein Erfüllungsmangel eines Grundbedürfnisses. Die absoluten Grundbedürfnisse eines Menschen sind nebst Obdach und Nahrung auch gesicherte soziale Verhältnisse. In vielen westlichen Nationen sind diese noch gegeben und in solchen Ländern, in denen sie nicht erfüllt werden, wird bereits gekämpft. Auch wenn die Presse keinen Ton mehr über die Demonstrationen in Griechenland oder Spanien verliert – ruhig ist’s da sicherlich nicht mehr.

Richtig, wobei ich gern auf die Märtyrer-Theorie verweise. Bei genügend Unzufriedenheit, um eine Lawine auszulösen, braucht es nur einen kleinen Stein.
Eine Lawine kann sich auch ganz ohne diesen Stein lösen, aber dann braucht es mehr Masse und Instabilität. Das wäre dann die Bedürfnis-Theorie.

Eine „bessere Welt“ kann ich mir zur Zeit nicht vorstellen, denn wenn wirklich die Hölle losbricht, wird es auf viele, viele Jahre keine stabilen Regierungen mehr geben. Das sind größere Umwälzungen notwendig, als die bloße Ablösung eines Systems durch ein anderes. Warum das so ist, liegt vor allen Dingen in der Tatsache begründet, dass wir inzwischen in einer so globalisierten Welt leben, dass auch die Systemänderung nur noch global stattfinden kann …
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