Eigentlich sollte man sich einfach nur noch pikiert abwenden. Schließlich schaut man einem sterbenden nicht gerne bei den letzten Zuckungen zu. Aber was die FDP so insgesamt so alles abzieht, ist wirklich sowas von jenseits aller Vorstellungskraft, dass mir echt am laufenden Band nichts mehr einfällt.
Ein Satiriker meinte unlängst bezogen auf die FDP, man könne sie gar nicht mehr weiter karikieren. Ist es doch alles, was man von dieser sogenannten Partei liest und hört einfach viel krasser und wahnwitziger als jede Satire es zustande brächte.
Sei es der Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland (erster Lacher), der öffentlich dem Niveau einer Vorschulgruppe auf kognitiver Entdeckungsreise konstatiert er dürfe sagen, was er denke, wenn er denn denke (zweiter und dritter Lacher). Oder sei es der schwindelerregende Zick-Zack-Kurs in der EURO-Frage (Retten? Aufgeben? Insolvenz? Retten? Anti-Europa-Populismus? Pro-Europa-Bekenntnis?), oder eben auch jetzt die herrlich unglaubliche Analyse eines sogenannten hessischen FDP-Politikers, der souverän die Dummheit der Mehrheit der Wähler für die Misere seiner Partei verantwortlich macht. Wirklich, da fällt mir absolut nichts mehr zu ein. Wer vorher ohne Substanz und Realitätssinn durch den Schrei nach Steuersenkungen eine Bundestagswahl mit 14% gewinnt, sollte hier ganz vorsichtig sein.
Ich denke eher, dass eben jene genannte Dummheit (und ich würde es viel lieber vorübergehende Kurzsichtigkeit nennen) das Spiel verlassen hat und man jetzt sieht, was dann von der FDP übrig bleibt, wenn der Wähler mal darüber nachdenkt, was er wählt und sich nicht mehr vom brachial populistischen Geschrei von so jämmerlichen Luftpumpen wie Westerwelle oder Rösler verleiten lässt.
Also wenn die FDP weiter so gezielt und auch erstaunlich effizient am eigenen Untergang werkelt, werden wir uns bei der nächsten Bundestagswahl etwas verwirrt fragen, welche Farbe da zwischen den Grünen und den Piraten nochmal fehlte… und der Club „Sonstige“ hat wieder ein Mitglied mehr.