Ey, ich spring echt im Sechseck. Was für ein debiler Spackenhaufen sitzt eigentlich da an den Fäden?!
Die Rede ist von der ach so heiß geliebten, leeeicht überteuerten und stets leeeicht verspäteten Deutschen Bundesbahn. Dem allerletzten Saftladen dieses Planeten.
Ich möchte einfach mal meine heutige Odyssee rekapitulieren.

Feierabend um 2045 in der Kölner City. Mit einer wegen eines Verkehrsunfalls verspäteten U-Bahn zum Deutzer Bahnhof getingelt. Dort erfahren, dass der Regional-Express meiner Wahl wegen – Auchtung, kein Witz – schlechten Wetters erhebliche Verspätung hat. Schlechtes Wetter. Aha. Es war etwas kalt – irgendwas einstelliges – sonst nichts. Also manchmal glaub ich echt, ich glaubs nicht mehr.
Irgendwann dann sprang die Anzeigetafel an, mein Zug erschien dort mit dem akuraten Hinweis der exakten Verspätungszeit, gefolgt von einer genervten Durchsage, dass der sehnlich erwartete Regional-Express der Linie 7 in Richtung Rheine nun Einfahrt hat. …soweit, so gut.
Nach über zehn Minuten in eben jenem Zug wurde ich dann etwas stutzig, weil der nächste Bahnhof eigentlich längst hätte angefahren werden müssen. Ein kleiner Blick auf mein iPhone und Maps (zwecks Einschätzung, wie lange ich wohl noch unterwegs sein würde) verriet mir dann den kapitalen Irrtum. Es war der falsche Zug – dieser hier fuhr nach Emmerich und NICHT nach Wuppertal. Wem schlägt man für so ’ne Scheiße dann eigentlich am besten alle Zähne aus der Fresse?!
Gut, in Düsseldorf angekommen verriet mir die Anzeigetafel dann, dass der nächste Zug nach Wuppertal mich nochmals 40 Minuten würde warten lassen… also nochmal abgefroren. Langsam war ich wirklich wütend.
Als ich dann aber endlich in nächsten Regional-Express (Linie 4) saß, und mich abermals wunderte, was denn nun wieder los sei, kam die Durchsage, dass man, um Leuten aus verspäteten Zügen den Anschluss zu ermöglichen, erst zehn Minuten später losfahren würde. Super, kann ich dann auch davon ausgehen, dass MEIN Anschlusszug in Wuppertal auf mich wartet?! An manchen Tagen frag ich mich echt, wieso ich keinen aufblasbaren Baseballschläger dabei hab…
Nach zehn Minuten passierte übrigens auf dem Bahnsteig… nichts. Nicht ein Leut kam die Treppe hoch, nicht einer stieg ein. Irgendwann fuhr der Zug dann einfach trotzdem los, ohne die verspätete Meute noch eingefangen zu haben. Und wieder drängte sich mir die Frage nach der verdammten Sinnhaftigkeit auf.
Das Erreichen des Anschlusses in Wuppertal verdankte ich dann ausschließlich meiner Fähigkeit, im Ernstfall auch mal vier Stufen pro Schritt runter und wieder raufzufliegen.
Und drei Stunden nach Feierabend war ich dann auch endlich mal zu Hause. Mitm Auto brauch ich 45 Minuten. Und das ist ein wirkliches Armutszeugnis.
Wer sich auf diesen Katastrophenverein verlässt, ist echt verloren. Und wenn man sich dann die Frage stellt, wofür diese debilen Spinner eigentlich die ganze Knete ausgeben, die sie durch ihre horrenden Fahrpreise ergaunern, muss man nur nach Stuttgart schauen… ey, geht doch einfach sterben Unfassbar!