Auch wenn es nicht mehr so ganz meine Generation war, die seinerzeit unter „Modernen Unterhaltungen“ leiden mussten mitsamt der beiden langhaarigen, castratenhaft anmutenden Poprockzottel, so wurden wir ja schonungslos in Eighties-Revival-Shows auf die dunkelsten Kapitel deutscher „Musik“(*kreisch*)-geschichte aufmerksam gemacht. Manch Analyst neigt dazu, naserümpfend und kopfschüttelnd zu monieren, wie man denn mit zwei variierenden Akkorden so viel Geld verdienen kann. So möchte ich hier an dieser Stelle zu denken geben, dass man einmal den Blick auf das heutige deutsche Musikgeschehen richten sollte. Da hampeln maskierte geistige Verlierer goldbehangen von einer brennenden Mülltonne zur nächsten Ultra-Gangster-Streetrace-Versammlung, verzichten dabei auf jeglichen Akkord(!) und beglücken unser geplagtes Ohr lediglich mit unverständlichem, sinn- und melodielosem Gestammel. Schlimm ist mal wieder, dass es dafür scheinbar auch einen nicht unerheblichen Absatzmarkt zu geben scheint.
An dieser Stelle frage ich mich, aus welchem Grund sich so viele Menschen über Tokyo Motel (oder so) aufregen. Von einem gewissen akustischen Nerv-faktor einmal abgesehen, sind diese Jungs immerhin in der Lage ein Instrument zu bedienen.
Daher kommt jetzt mein Fazit: Ich betrachte den Metallvisagen-Pseudo-Provokateur Sidiôt (oder wie war das?) als den Dieter Bohlen von heute. Damit bescheinige ich ihm leider auch die Genialität mit trivialsten Mitteln Unmengen Geld zu erlangen (ich verzichte hier bewusst auf das Wort „verdienen“) und stelle in Aussicht, dass er in zwanzig Jahren in einer Jury für Nachwuchs Schwachsinn-Stammler sitzt und den Zahnspangenhaltern in bewährter Manier die Karrierehoffnungen ausrappt.

Oh Herr, vernichte den Kommerz!
Ben.