Anlässlich der jetzt weltweit ersten „Cyborg-Messe“ in Düsseldorf sind mir ein paar Gedanken gekommen, die dem Redakteur von t3n.de entgangen sind oder die sich vielleicht einfach gar nicht aufgedrängt haben. Ich verweise an dieser Stelle auf den entsprechenden Artikel, durch den ich auf das Thema aufmerksam wurde: t3n.de : LEDs unter der Haut: Warum Biohacker keine geltungsbedüftigen Freaks sind.

Ins Spiel gebracht werden nach der Vorstellung des Implantats „NorthStar v1“ von Grindhouse Wetware (das mittels unter den Handrücken implantierter Elektronik per LEDs anzeigt, wenn man sich einem Magnetfeld genähert hat) weitere mögliche Implantate. Etwa welche, die per verschiedenfarbiger LEDs unterschiedliche Notifications signalisieren.

Aber ich frage mich dabei eines: wieso sollte ich denn ein Implantat tragen, das sein Signal erst einmal wieder aus meinem Körper raus sendet, um von einem anderen meiner Sinne (in diesem Fall meinen Augen) wieder aufgefangen zu werden. Das macht für mich einfach vom Konzept her wenig Sinn. Viel sinnvoller fände ich es, ein Implantat zu tragen, das mir – und nur mir – Rückmeldung gibt. Und die Einsatzbereiche sind zahlreich. Ich denke an „fehlende Sinne“. Ich bin mir sicher, würde man beispielsweise hochempfindliche magnetische Sensoren so implantieren, dass sie durch verschiedene Rückmeldungen (Vibration, Ausschüttung eines Stoffes, leichte Temperaturerhöhung, oder etwas ähnliches…) eine zunächst fühlbare Rückmeldung über unsere körperliche Ausrichtung im Erdmagnetfeld liefern, würde unser Gehirn mit der Zeit das Meisterwerk vollbringen und diese Signale intuitiv interpretieren können. Ähnliches ist vorstellbar für Elektromagnetische Felder. Oder gar für radioaktive Strahlung. Oder für gewisse Partikel in der Luft.

Nur der Umweg über eine LED „leuchtet“ mir einfach nicht ein. Damit bewegt man sich dann nämlich doch wieder im Bereich „Freakshow“ – was ja per se nichts Schlimmes ist. Es ist nur keine tatsächliche transhumanistische Tendenz. Und bei Letzterem darf und sollte natürlich diskutiert werden, ob wir das wollen.

Aber meine persönliche Einschätzung lautet, dass uns bionische Implantate (nicht nur zu kosmetischen Zwecken) zur nächsten Jahrhundertwende relativ normal vorkommen werden.