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Erdogan triumphiert

Gepostet by on Mrz 9, 2016 in Hintergrund, Politik, Religion, Schlüsselereignisse, Zukunftsvorhersage | 2 Kommentare

Es scheint keiner zu merken oder merken zu wollen, welch einer großen, vielleicht existenziellen Gefahr sich die EU dieser Tage aussetzt. Es geht um die aktuell stattfindenden sogenannten Verhandlungen der EU mit der Türkei in Fragen der Flüchtlingskrise. Verhandlungen, die sich aktuell so darstellen, dass sie im Grunde fast ausschließlich aus Erpressungen und Drohungen von Seiten der Türkei bestehen. Erdogan und seine Galleonsfigur Davutoglu haben leichtes Spiel und wähnen sich im Vorteil. Und nach so vielen Jahren der Vorbehalte gegenüber der Türkei seitens der EU – teils berechtigt, teils nicht – ist Erdogan nun in einer triumphalen Situation.

Die EU macht sich klein

Es ist die zunächst menschlich außerordentlich anständige Haltung von Angela Merkel, die bei näherer Betrachtung auch aus realpolitischer Sicht zunächst weit durchdacht scheint, die nach Europa strömenden Flüchtlinge nicht an den Grenzen verhungern zu lassen. Hätte Merkel nicht dafür gesorgt und auch geworben, dass über eine Million Menschen nach Deutschland kommen konnten, würden diese nämlich jetzt allesamt in Idomeni oder an einem anderen Grenzort in absolutem Elend leben. Man mag sich nicht vorstellen, welche Zustände es dann heute gäbe, welch schreckliche Dinge geschehen wären. Merkels Haltung war menschlich im Sinne des Wohls der Flüchtlinge und politisch alternativlos im Sinne der Legitimation der Europäischen Union als Wertegemeinschaft. Denn die EU hätte es niemals verkraftet, wenn vor ihren Toren Millionen von Menschen stranden und Hunderte hungern und vielleicht ihr Leben verlieren.

Und ich finde es nach wie vor bemerkenswert und erstaunlich, mit welcher Energie Frau Merkel mit einem Mal hinter einer Idee stehen kann. Sie ist überzeugt davon, dass ihre Haltung richtig und wichtig ist und das merkt man nun erstmals bei ihr. Und ich gebe ihr Recht.

Die Sache hat nur einen ganz riesengroßen Haken. Ihre Haltung scheitert gerade an der Kleingeistigkeit und egoistischen Grundhaltung vieler anderer sogenannter Partner in der EU. Wir erleben derzeit eine entscheidende Bewährungsprobe für die Seele der Europäischen Union. Und ich denke, dass die EU diese Probe nicht übersteht. Denn es zeigt sich, dass der Zusammenschluss der Staaten, die Partnerschaft und die Gemeinsamkeit der Werte in Wahrheit nichts wert ist. Es gibt keinen ideologischen, keinen menschlich anständigen Konsens. Es gibt wie im Kleinen hier auch auf der großen Ebene der Politik nur Geiz und Missgunst. Und Angst.

Das hat Angela Merkel nicht bedacht. Und daran scheitert gerade ihre menschlich anständige Politik. Sie hat in den Reihen der kurzsichtigen Egoisten und kleingeistigen Opportunisten keine Unterstützung für ihren Kurs, der, würde er in der gesamten Union auf Unterstützung treffen, hervorragend funktionieren und die Flüchtlingskrise lösen könnte. Aber viele Staaten der Europäischen Union lassen die Maske fallen und enthüllen die hässliche Fratze nationalistischer Präferenz und internationaler Gleichgültigkeit, fast Feindseligkeit.

Und um einen kleinen Rest ihrer Idee zu retten, lässt Merkel sich nun von den übrigen EU-Regierungschefs durch die Arena treiben. Sie ist – auch im Angesicht der Landtagswahlen in Deutschland – dazu verdammt, einen Erfolg vorzuweisen. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass sie ihre anständige Haltung gegenüber den Menschen aufgibt und sich auf einen schmutzigen Deal mit dem gefährlichen Despoten aus der Türkei einlässt und das nun als Erfolg zu verkaufen versucht. Die Eu macht sich, auf der verzweifelten Suche nach einer anderen Lösung, völlig unnötig klein gegenüber der Türkei. Durch den Widerstand gegen Merkels Lösung ist die Türkei nun in der Lage, der EU jede Bedingung zu diktieren, die sie will. Denn sie kann stets damit drohen genau den Fall auszulösen, den die nationalistischen Egoisten-Staatschefs in der EU derzeit am meisten fürchten: die EU mit Flüchtlingen zu überschwemmen. Würde man Merkels Europäische Lösung angehen, würde die Türkei ihr Druckmittel komplett verlieren. Es ist also die Kleingeistigkeit von einem Orban oder einer Szydlo, die Erdogan überhaupt erst die Macht gibt, die EU zu erpressen.

Erdogan hat eigene Ziele

Und davon macht Erdogan nun gerne Gebraucht. Ich finde es bemerkenswert bis erschreckend, wie blind und taub die gesamte politische Welt auf Erdogan reagiert. Er hat für den aufmerksamen Beobachter kreischend offensichtlich totalitäre Ambitionen, die weit über die Grenze der Türkei hinausgehen. Die Art und Weise, wie er die Türkei in den Jahren seines Einflusses bereits umgebaut hat, sprechen Bände. Eine einst säkulare, fortschrittliche Demokratie ist einer fundamental islamistischen Präsidialdiktatur gewichen. Ich habe bereits vor vielen Jahren scharf vor Erdogan gewarnt und leider scheinen sich alle Befürchtungen zu bewahrheiten. Ich erkenne ein Muster, die Türkei zu einer neuen Hegemonialmacht für die islamische Welt zu machen. Aber Erdogan wird sich niemals mit dem begnügen, was er hat. Er ist offen größenwahnsinnig, spinnt mit Hilfe dubioser Vernetzungen schon heute Netze überall in Europa. Die Ditib in Köln beispielsweise ist ein verlängerter Arm seiner AKP hier in Deutschland. Erdogan strebt eindeutig nach einer deutlichen Ausweitung seiner Macht und seine fundamental religiösen Ansichten legen nahe, dass er damit auch seine Version des Islam verbreiten wird.

Und eine Visafreiheit für Türken im Schengen-Raum ist da natürlich der feuchte Traum eines Diktators mit aggressiv expansorischen Ambitionen. Wenn die EU ihm das einräumt, holt sie sich ein trojanisches Pferd erster Güte ins Haus. Ganz abgesehen davon, dass dieser Deal so dermaßen kurzsichtig ist, dass ich es nicht fassen kann. Denn man bezahlt als Preis dafür, dass die Türkei keine Flüchtlinge mehr in die EU weiterreisen lässt mit dem Recht jedes in der Türkei lebenden Menschen, frei in die EU einreisen zu dürfen. Sehr viel dümmer geht es wirklich nicht. Und Erdogan bekommt jede Möglichkeit, die er möchte, seinen ohnehin schon großen Einfluss auf die Gesellschaften in europäischen Ländern auszuweiten. Seine Reden an in Deutschland lebende Türken sind beispiellos und an Respektlosigkeit und Niederträchtigkeit kaum zu überbieten. Ich habe darüber berichtet. Ich halte Erdogan für extrem gefährlich. Nicht nur für die Bevölkerung in seinem Land – das hat er ja inzwischen mehr als bewiesen durch die Beendigung der Pressefreiheit, die brutale Niederschlagung von Protesten und den Bürgerkrieg gegen die Kurden – sondern auch für den Rest der Welt. Er hat, je nachdem wie energisch die übrige Welt ihm entgegentritt, das Potential einen Konflikt auszulösen oder zu befeuern, der das Potential hat, die Welt in einen dritten Weltkrieg zu ziehen. Die einzig sinnvolle Maßnahme ist, ihn augenblicklich international komplett zu isolieren. Jedes Problem, das sich ergibt, muss und kann auch ohne ihn gelöst werden. Niemals aber sollte sich die Europäische Union von ihm erpressen lassen. Damit macht die EU den größten und wohl somit letzten Fehler ihrer Geschichte.

Die Europäische Union steht dieser Tage an einem Scheideweg. Und sie muss sich entscheiden zwischen dem leichten Weg und dem richtigen. Frau Merkel – so wenig ich bisher von ihr hielt – weist den richtigen Weg. Fehlender Rückhalt, fehlende Weitsicht und offensichtlich fehlende Intelligenz bei den meisten ihrer europäischen „Partner“ sorgt dafür, dass die EU den leichten Weg gehen wird. Und Erdogan reibt sich die Hände, denn er kommt seinen Zielen einen riesengroßen Schritt näher.

Cyborg-Messe

Gepostet by on Nov 10, 2015 in Evolution, Gesellschaft, Technik | Keine Kommentare

Anlässlich der jetzt weltweit ersten „Cyborg-Messe“ in Düsseldorf sind mir ein paar Gedanken gekommen, die dem Redakteur von t3n.de entgangen sind oder die sich vielleicht einfach gar nicht aufgedrängt haben. Ich verweise an dieser Stelle auf den entsprechenden Artikel, durch den ich auf das Thema aufmerksam wurde: t3n.de : LEDs unter der Haut: Warum Biohacker keine geltungsbedüftigen Freaks sind.

Ins Spiel gebracht werden nach der Vorstellung des Implantats „NorthStar v1“ von Grindhouse Wetware (das mittels unter den Handrücken implantierter Elektronik per LEDs anzeigt, wenn man sich einem Magnetfeld genähert hat) weitere mögliche Implantate. Etwa welche, die per verschiedenfarbiger LEDs unterschiedliche Notifications signalisieren.

Aber ich frage mich dabei eines: wieso sollte ich denn ein Implantat tragen, das sein Signal erst einmal wieder aus meinem Körper raus sendet, um von einem anderen meiner Sinne (in diesem Fall meinen Augen) wieder aufgefangen zu werden. Das macht für mich einfach vom Konzept her wenig Sinn. Viel sinnvoller fände ich es, ein Implantat zu tragen, das mir – und nur mir – Rückmeldung gibt. Und die Einsatzbereiche sind zahlreich. Ich denke an „fehlende Sinne“. Ich bin mir sicher, würde man beispielsweise hochempfindliche magnetische Sensoren so implantieren, dass sie durch verschiedene Rückmeldungen (Vibration, Ausschüttung eines Stoffes, leichte Temperaturerhöhung, oder etwas ähnliches…) eine zunächst fühlbare Rückmeldung über unsere körperliche Ausrichtung im Erdmagnetfeld liefern, würde unser Gehirn mit der Zeit das Meisterwerk vollbringen und diese Signale intuitiv interpretieren können. Ähnliches ist vorstellbar für Elektromagnetische Felder. Oder gar für radioaktive Strahlung. Oder für gewisse Partikel in der Luft.

Nur der Umweg über eine LED „leuchtet“ mir einfach nicht ein. Damit bewegt man sich dann nämlich doch wieder im Bereich „Freakshow“ – was ja per se nichts Schlimmes ist. Es ist nur keine tatsächliche transhumanistische Tendenz. Und bei Letzterem darf und sollte natürlich diskutiert werden, ob wir das wollen.

Aber meine persönliche Einschätzung lautet, dass uns bionische Implantate (nicht nur zu kosmetischen Zwecken) zur nächsten Jahrhundertwende relativ normal vorkommen werden.

Darth Erdogan und die totale Macht

Gepostet by on Nov 2, 2015 in Hintergrund, Medien, Philosophisches, Politik, Religion, Zukunftsvorhersage | Keine Kommentare

Und jetzt ist es also endlich soweit. Erdogan ist (fast) am Ziel seiner Bestrebungen. Es hat nach der Wahl nur wenige Stunden gedauert (das Endergebnis ist noch nicht einmal ausgezählt), da ruft seine rechte Hand Davutoglu schon zur Verfassungsänderung auf.
Merkt das eigentlich niemand? Ich meine, merkt eigentlich niemand etwas? Wie kann es sein, dass man bei Twitter, auf Facebook und in den Kommentarbereichen der großen News gegen Erdogan-Fanboys argumentieren muss, die sich wundern, wieso so einseitig gegen Erdogan berichtet wird. Wieso man eine demokratisch gewählte Regierung denunziert? Was ist los mit diesen Menschen? Erdogan hat kritische TV-Sender stürmen und abschalten lassen. Das ist nicht einmal mehr entfernt eine Demokratie. Und was macht die Welt? Was machen die „Partner“ innerhalb der NATO? Was machen die Staatschefs der EU? Ganz einfach: sie machen sich mitschuldig. An allem Elend, das Erdogan noch über uns bringen wird. Ich prophezeihe, dass wir uns auch in hundert Jahren noch an diesen Wahltag erinnern werden. So wie uns der Tag der Ermächtigung im dritten Reich immer in Erinnerung bleiben wird. Erdogan wird die Welt ins Chaos stürzen. Mit seinem Land hat er das ja schon geschafft und als nächstes ist die Region dran. Es wird Krieg geben, über den Rand der Türkei hinaus.
Und Merkel umgarnt diesen finsteren Verbrecher. Peinlicher und erbärmlicher kann sich ein Staatschef nicht verhalten. Eine vollkommen jämmerliche Erscheinung. Ich schäme mich in Grund und Boden für unsere Bundeskanzlerin. Und ich habe Angst, was Erdogan in den nächsten Jahren anrichten wird. Und falls wirklich irgendjemand glaubt, dass uns das nichts angeht, darf sich gerne mal umschauen, welche Strukturen es hier in Deutschland so alles gibt, die aus der Türkei, von der AKP, von Erdogan ferngesteuert werden. Ich sag‘ nur DITIB (Moschee Köln). Den Krieg wird es auch hier geben.

Update

Ich beziehe mich einmal auf diesen Kommentar hier:

Ich kann nur staunen über die schiefe Wahrnehmung im Westen: Iran wird kaum kritisiert! Tausend Hinrichtungen im Jahr aus lächerlichen Gründen…Ohne Gerichtsverfahren. Ohne Anwälte! Di „Wahlen“ in Iran werden sogar als demokr. bezeichnet. Dabei ist es bekannt, dass die „Wahlen“ unter den Mullahs eine Farce sind! Das wird gar nicht wahrgenommen! ABER:Erdogan setzt Wasserwerfer ein – wie schrecklich! Dass Assad gegen die Zivilbevölkerung Fassbomben und Giftgas einsetzt scheint Keinen zu interessieren ! Das ist schizophren.Quelle: Spiegel Online

Entschuldigung, aber wie dumm kann man bitte sein? Oder wie beschränkt kann der eigene Horizont sein? Zur Info: Wasser fließt nach unten und die Erde umkreist die Sonne. Aber mal im Ernst, der Iran ist kein NATO-Mitglied, der Iran möchte nicht Mitglied der EU werden, der Iran gilt als Schurkenstaat, als Teil der Achse des Bösen (okay, diese Definition darf ja auch gerne ins Reich der Bush-schen Weltverdummung einsortiert werden). Bei Iran „erwartet“ man sowas. Bei Iran weiß man, woran man ist. Die Türkei aber will sich selbst als freiheitliche Demokratie wahrgenommen wissen. Die Türkei möchte Mitglied der EU werden. Und ehrlich gesagt qualifiziert sich Erdogan in Wirklichkeit gerade sehr gut dafür – wenn man mal Werteverfall, Scheinheiligkeit, Egoismus und Verbrechen als Maßstäbe nimmt. Denn wer als deutsche Bundeskanzlerin einen Staatschef hofiert, der kritische TV-Sender stürmen und abschalten lässt, der Demonstranten mit Wasserwerfern wegpusten lässt, der Minderheiten im eigenen Land vom Militär jagen und ermorden lässt (und noch so vieles mehr), qualifiziert sich für den Nobelpreis im Werteverrat.
Ich fasse zusammen, dass ICH nur staunen kann über so viel grenzenlose, hirnverbrannte Dummheit in der öffentlichen Wahrnehmung.
Schmeißen wir die Türkei aus allen Verträgen, allen Mitgliedsbestrebungen, aus der NATO, aus allen Handelsverträgen, überziehen wir ihre Wirtschaft mit Sanktionen und bewerten wir Erdogan als absolutistischen Verbrecher. DANN macht das Argument Sinn. NUR dann!

Die Eurobahn will uns töten

Gepostet by on Nov 2, 2015 in Ausraster, Gesellschaft | Keine Kommentare

Ein Hoch auf die Privatisierung – auch von Bahnstrecken. Privatisierung heißt Optimierung. Die werte Keolis – die Eurobahn-Betreiber – treibt das Spiel der Optimierung dabei jetzt deutlich und entschieden zu weit! Im RE13 von Hamm in Richtung Venlo sammeln sich zwischen sieben und acht Uhr morgens die ganzen Pendler, die von Wuppertal und Umgebung nach Düsseldorf wollen. Üblicherweise hatte die Keolis in den letzten Wochen einen Doppelzug betrieben. Und der war schon immer viel zu klein für all die Fahrgäste. Heute morgen aber kam die Keolis auf die wundervolle Idee, einfach mal nur einen Einzelzug für diese Strecke einzusetzen… der Zug war so voll, dass man sich NICHT MEHR BEWEGEN KONNTE! Gar nicht! Das glich einem Guinnes-Rekord. Wer 16 Menschen in einen Smart quetschen kann, hätte heute Morgen in dieser Bahn seinen Meister gefunden.
Ja, und dann ist jemand kollabiert. Hat nur erst keiner gemerkt, weil der arme Kerl keinen Platz hatte, umzufallen. Irgendwann wurde dann aber doch klar, dass etwas nicht stimmen konnte, weil der Körper des Mannes zusammensacken wollte. Man stelle sich diese Situation vor. Ein bewusstloser Mann, fest eingequetscht zwischen hunderten anderen Menschen. Es gibt keinen Sauerstoff mehr, es stinkt und es ist heiß. Die Fenster sind beschlagen, die Bahn ruckelt und wackelt, ständig wird die Masse hin und hergewiegt. Dem Mann konnte keiner wirklich helfen, weil es keinen Platz dazu gab. Man konnte nur versuchen, ihn davor zu bewahren, zwischen die Füße aller anderen zu sacken. Da sich aus Platzmangel auch keiner bücken konnte, hätte man dann GAR nichts mehr für ihn tun können. Nach einiger Zeit war es möglich, ihn zu einem nicht allzu weit entfernten Sitzplatz zu bringen. Viel mehr habe ich nicht mitbekommen, weil ich nichts mehr sehen konnte – es war zu voll.
Aber inzwischen bin ich mir sicher – die Eurobahn will uns töten. Große Leistung, Keolis!

Erdogan stürzt die Welt in die Dunkelheit

Gepostet by on Okt 7, 2015 in Gesellschaft, Hintergrund, Politik, Schlüsselereignisse, Zukunftsvorhersage | Keine Kommentare

Erdogan stürzt die Welt in die Dunkelheit

Dass ich vom ersten Moment an alles andere als begeistert war von diesem Menschen, ist – wenn man sich die Historie dieses Blogs ansieht – kein Geheimnis. Dass ich heute sagen darf „Ich hab’s euch doch gesagt“ bringt aber leider auch nichts mehr. Denn es stellt sich allmählig heraus, wie finster dieser widerliche Mensch wirklich ist. Und ich rede hier nicht nur von seinem unsäglichen Verhalten in Deutschland – jedes mal, wenn er hier war. Ich rede auch nicht von seinem neu entfachten Krieg gegen die Kurden (einen Bürgerkrieg vom Zaun brechen und NATO-Solidarität kriegen – Chapeau…). Ich rede auch nicht wirklich von seinen totalitären Ambitionen, seinen Bestrebungen, die Demokratie in der Türkei weitgehend auszuschalten und zu überwinden (dazu gehört auch das Abschlachten von Demonstranten – aber daran erinnert sich ja heute mal wieder kaum noch jemand). Ich rede diesmal davon, dass Erdogan mit dem Feuer spielt. Und da die Türkei leider zur NATO gehört, könnte sein extrem brenzliges Zündeln eben nicht nur die Türkei in Brand setzen, sondern im Zweifelsfall die gesamte Welt. Denn sein dreistes Spiel mit den Pufferzonen im syrischen Luftraum (das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen), die Unverschämtheit, einen Anspruch auf diese Pufferzone zu stellen und russische Flieger, die sich in Syrien befinden und gegen den IS kämpfen (den Erdogar ja nebenbei auch unterstützt, wo er kann), als feindlich zu betrachten, könnte im schlimmsten Fall einen Bündnisfall auslösen.
Und DAS sind Dimensionen, die sind einfach nicht mehr lustig. Das erinnert ein bisschen an die debilen Verstrickungen, die dem ersten Weltkrieg vorausgingen. Wo plötzlich Parteien im Krieg gegeneinander waren, weil sie anderen ihre Treue zugesagt hatten. Anderen, die mit dieser Treue nicht umgehen konnten. Erdogan kann mit der immensen Verantwortung, die er da hat, nicht umgehen. Im Gegenteil missbraucht er diese Verantworung schändlich – und ich prognostiziere: er stürzt die Welt in die Dunkelheit. Es ist jetzt Zeit, diesen gefährlichen, unfassbaren Menschen zu stoppen!

Meine Erfahrung mit Apple Music (Update)

Gepostet by on Sep 18, 2015 in Ausraster, Digital, Technik | 3 Kommentare

Ich mag Apple. Nein. Ich mochte Apple. Wirklich. Ich finde die iPhones großartig, die damit verbundene technische Revolution. Ebenso die iPads. Ich mag iOS im Großen und Ganzen ganz gerne, auch wenn ich das System zu eingeschränkt finde. Aber es macht seine Arbeit und die sehr gut. Und vor allem zuverlässig. Gleiches gilt für meine Apple Hardware. Auch diese ist zuverlässig. Bevor die kaputt geht, wird sie zu langsam. Mein iPhone 3GS läuft noch immer. Auch das 4S funktioniert einwandfrei, ist nur mit seiner Hardware der aktuellen Software nicht mehr gewachsen. Im Großen und Ganzen würde ich Apple aber als Hersteller und Anbieter absolut zuverlässiger Hard- und Software bezeichnen.

Aber dann kam Apple Music

Meine Kritik fängt damit an, dass ich eine glasklare, übersichtliche und einwandfrei als solche zu erkennende Seite für Account-Einstellungen in iTunes vermisse. Nicht nur für verbundene Geräte, sondern eben auch für Dienste wie „Apple Music“ oder „iTunes Match“. Gibt es nämlich nicht.

Ich habe also das Probeabo von Apple Music genommen. Drei Monate kostenlos testen, was Apple Music so bringt. Und um Ordnung in meine Mediathek zu bringen und das Syncen mit meinen mobilen Geräten und den anderen Computern zu Hause und unterwegs zu vereinfachen, habe ich auch iTunes Match dazu geholt. Dafür habe ich zuvor nicht nur meine Mediathek von ca. 35k auf 23k Songs verschlankt, sondern Gott sei Dank auch ein komplettes Backup all meiner Songs angefertigt. Wie wichtig das war sollte sich nur wenig später zeigen. Denn als ich es nach einer ganzen Weile und vielen Versuchen endlich hinbekommen habe, dass Apple sein Match mal anschmeißt und meine Mediathek abgleicht (ich sag nur „Übersichts-Seite“ – siehe oben), wurde mein Gesicht lang und länger. Denn Apple hat für den Abgleich von Songs in der Mediathek fünf Kategorien.

  • Käufe = Alles, was ich bei iTunes gekauft habe.
  • Gefunden = Das lokal vorhandene Lied wurde in der iTunes Datenbank gefunden und entspricht dort einem Lied, das Apple anbietet. Gematcht.
  • Übertragen = Das lokal vorhandene Lied wurde NICHT in der iTunes Datenbank gefunden. Es wird also von Apple nicht angeboten. Daher wurde es an Apple übertragen und steht ab sofort für mich als Download zur Verfügung. NUR für mich.
  • Ungeeignet = Das lokal vorhandene Lied ist entweder zu groß (also die Datei) oder die Bitrate ist zu gering (unter 128 Bit/s). Es eignet sich daher nicht für einen Upload. Das gilt übrigens nur für Lieder, die nicht „gefunden“ wurden.
  • Apple Music = Und hier kommt das Rätsel ins Spiel.

Der Status „Apple Music“

Der Sinn hinter diesem Apple Music ist ja, dass man sich – neben den Liedern die man lokal oder in der Cloud gespeichert in seiner Mediathek hat und somit besitzt – auch alle Lieder, die im Angebot von Apple Music sind, anhören und seinen Playlists hinzufügen kann. So könnte ich einer Playlist mit dreißig Liedern meiner Musik (lokal gespeichert!), ein paar Lieder aus Apple Music hinzufügen, die ich nicht bei iTunes gekauft oder schon vorher besessen habe. Im Grunde eine coole Idee. Ein erster Nachteil ist, dass sich diese Lieder auch nur auf Geräten abspielen lassen, die technisch in der Lage sind, meinen Status als Apple Music Kunde zu überprüfen. Mein geliebter iPod Nano 5G fällt hiermit schon mal weg. Sehr ärgerlich. Aber unterwegs vom iPhone Musik zu hören geht ja auch – ein Anpassen der Gewohnheiten ist ja kein Weltuntergang.

Nun ist mir aber vollkommen schleierhaft, wie Apple die Frechheit besitzen kann, Musik aus meiner Mediathek – Musik, die physisch auf meiner Festplatte liegt und die ich besitze – zu „Apple Music“ umzuwandeln. Was läuft hier schief? Denn diese Lieder sind fortan für mich nur noch abspielbar, wenn ich ein aktives Apple Music-Abo habe und eignen sich plötzlich auch nicht mehr für die Übertragung auf meinen iPod Nano. Geht’s noch?

Aber es wird noch viel schlimmer. Ich besitze sehr viele Remixe. Versionen von Liedern, die einfach viel geiler, viel cooler oder viel schöner sind, als die Normalversionen. Ich bin ein riesengroßer Fan von Remixen und habe auch selbst etliche angefertigt. Die Musik-Erkennungs-Algorithmen von Apple sind aber dermaßen dilettantisch und stümperhaft programmiert, dass die allermeisten aller Remixe in meiner Mediathek trotz glasklarer Benennung als Remix und Nennung des Remix-Künstlers (also deutlicher Unterschied zur Benennung des Originalsongs) als Originalsong erkannt und ersetzt wurden. Sie wurden ERSETZT!! Der Remix war fort. An seiner Stelle – auch in allen Playlisten, in denen der Remix enthalten war – war nun die Originalversion. Und mir fehlen die Worte für diese unfassbare Unverschämtheit. Ein solches Zeugnis blanker Unfähigkeit hätte ich von Apple wirklich nicht erwartet.

Ich sitze also jetzt auf einem riesigen Scherbenhaufen. Meine gesamte Mediathek – über viele Jahre gepflegt mit Playlisten – ist über Nacht vollkommen wertlos geworden. Mir wurden mehrere tausend meiner Lieder von Apple gestohlen (zu „Apple Music“ umgewandelt) bzw. mutwillig unbrauchbar gemacht. Ein Großteil meiner Playlisten sind unbrauchbar – und was das für einen Musikliebhaber bedeutet, muss ich wohl nicht näher ausführen. Von meinem iPod Nano wurde mehr als die Hälfte der Musik gelöscht, mit dem Hinweis, dass Apple Music darauf nicht kopiert werden dürfe und meine Mediathek wurde ihrer gesammelten Remixe beraubt.

Bin ich froh, dass ich ein Backup hatte

Nun hieß es in den letzten Wochen immer wieder von Seiten Apples „Es gibt Probleme mit der Musikerkennung von iTunes – eine neue Version wird diese Fehler beheben“. Seitdem gab es drei Updates. Und keines hat auch nur die kleinste Änderung gebracht. Im Gegenteil wurden mit jedem Update und jedem erneuten Match-Versuch mehr Lieder zu „Apple Music“ umgewandelt und von meinem Computer gelöscht. Und jetzt – iOS9 und iTunes 12.3 wurden gerade veröffentlicht – ist mir der Kragen geplatzt. Ich wollte unterwegs auf dem iPhone eine Playlist hören, die seit Monaten auf meinem Gerät ist. Mit Remixen von Gabriel and Dresden. Und als auch diese Lieder plötzlich die Standardversionen der Lieder waren, bin ich ausgerastet. Ich habe Apple Music de-abonniert, habe iTunes Match de-abonniert und ausgeschaltet. Ich habe iTunes in der Cloud deaktiviert. Ich habe die Mediathek gelöscht und stelle gerade das Backup vor Apple Music wieder her. Und ich ziehe das Fazit, dass Apple Music, iTunes Match und die Mediathek in der Cloud der größte Ramsch ist, den ich jemals(!) auf meinem Computer hatte. Ich bin wirklich fassungslos, was Apple sich hier für einen kapitalen Bock geleistet hat und wie abgrundtief dilettantisch das umgesetzt wurde. Ich habe in der Vergangenheit stets Freunden und Familie Produkte von Apple empfohlen, weil ich wirklich nahezu rundum zufrieden war. Das hat sich nun komplett geändert. Ich bin durch mit Apple.

Update (Links)

Links zu weiteren Erfahrungsberichten dieser Art:

WARNING: iCloud Music Library just destroyed my Mac’s iTunes Library

iCloud Music Library just replaced a whole remix album with the same song

The iCloud Music Library Mess

Aufgepasst: iCloud-Mediathek versieht offenbar alle Songs mit Kopierschutz

The Real Difference Between iTunes Match and iCloud Music Library: DRM

iTunes 12.2 and iCloud Music Library: A Disaster for Your Music Collection

Stört das alles eigentlich sonst niemanden?!

Update 2

Das „Wiederherstellen des Backup“ ist übrigens nicht so easy wie es sich anhört. Ich habe etwa 3000 Lieder, die iTunes jetzt als „Apple Music“ abgespeichert hat, deren Metadaten ich aber behalten möchte (Wertung, Position in Playlisten, etc.). Es gibt einen Workaround. Im iTunes Ordner die entsprechende .m4p-Datei löschen, das Lied in iTunes abspielen – es folgt eine Fehlermeldung, dass die Datei nicht gefunden wurde und die Frage, ob man danach suchen möchte. Das macht man und gibt dann die Datei aus dem Backup an. Funktioniert super. Nur das mit 3000 Songs zu machen (man muss jedes mal den Ort des Backups neu angeben und sich durch die Ordner klicken) ist nichts weiter als eine Strafe. Eine Strafe dafür, diesem Konzern die Musiksammlung anvertraut zu haben.

Update 3 (Zu früh gefreut)

Wie sich herausstellt, funktioniert das Löschen der als „Apple Music“ gekennzeichneten Songs und das darauffolgende neue Verlinken mit einer nicht DRM-geschützten Datei nicht ganz wie gewünscht. iTunes ersetzt die .m4p-Datei zwar – in meinem Fall durch .mp3 und .aac – behandelt sie aber nach wie vor wie „Apple Music“. Das heißt, ich habe jetzt .mp3-Dateien in meiner Mediathek, die sich äußerlich nicht mehr von meinen anderen .mp3-Dateien unterscheiden, mit dem feinen Unterschied, dass ich sie weder auf meinen iPod, noch auf mein iPhone übertragen kann, weil ich auf letzterem Apple Music ebenfalls deaktiviert habe. Ach ja, und iTunes speichert diese neuen alten .mp3 oder .aac-Dateien wieder unter
[Musik]/Apple Music/[Künstler]/[Album]/[Dateiname],
anstatt unter
[Musik]/[Künstler]/[Album]/[Dateiname].
Ich werde mich wohl von meinen Meta-Daten verabschieden und alle involvierten Playlisten von Hand durchgehen und nachbauen müssen. Mit den aus meinem Backup neu importierten alten Dateien. Mit den einzeln neu importierten Dateien. Die ich einzeln in jeder Playlist einzeln ersetzen muss. Danke, Apple!

Die Tage vor dem Flüchtlingskrieg – damals 2015

Gepostet by on Aug 11, 2015 in Evolution, Gesellschaft, Medien, Philosophisches, Politik, Zukunftsvorhersage | Keine Kommentare

Die Tage vor dem Flüchtlingskrieg – damals 2015

Wir sprechen heute anlässlich der Gedenktage mit einem Zeitzeugen der ersten Flüchtlingskriege in Europa im Jahr 2015. Herr Fields (Name geändert) war damals 33 Jahre alt.

Herr Fields, wie haben Sie die Tage vor dem Ausbruch der Flüchtlingskriege vor 50 Jahren erlebt?

Ich würde hier eher von Wochen sprechen. Wobei natürlich die letzten Tage schließlich fast stündliche Zuspitzungen hatten. Aber es war ja schon viele Wochen vor Ausbruch der ersten Kriege deutlich erkennbar, in welche Richtung die Stimmung gehen würde. Die EU hatte sich entschieden, die eigene Festung abzuschotten. Ich betrachte das als den Wendepunkt in der Geschichte, denn damit hatte sie wohl den Grundstein gelegt für die Konfrontation. Anstelle eines Miteinander. Und die linken Parteien waren ja damals ohnehin schon seit vielen Jahren von den Medien sehr erfolgreich in die Ecke der fundamentalen Realitätsverweigerer gedrängt worden. Die Quittung dafür haben wir ja später alle bekommen.

Sie sagen, die EU habe den Grundstein für die Konfrontation gelegt. Was meinen Sie damit?

Es hatte sich eine Bewegung gebildet – hauptsächlich in den sozialen Netzwerken von damals. Ein Bewegung der Fremdenfeindlichkeit. Eine extrem fremdenfeindliche Haltung war plötzlich und scheinbar über Nacht salonfähig geworden und galt nach einigen Wochen gerade in der bildungsferneren Schicht schnell sogar als en vogue. Schlimmer noch, eine andere Meinung zu vertreten war schnell anfangs verpönt, später sogar zunehmend gefährlich. Die Hasskommentare haben rapide zugenommen. Ich erinnere mich noch an einen mutigen Kommentar einer Tagesschau-Redakteurin. Wenige Wochen vor Ausbruch des Krieges. Sie war anfangs Zielscheibe übelster Hasskommentare und sie hat sich nur Tage nach ihrem Beitrag selbst als Projektionsfläche erkannt. Ich habe schon damals großen Respekt vor ihr gehabt – und wenn man bedenkt, was ihr widerfahren ist kurz vor Kriegsausbruch…

Sie sehen die Gründe für den Kriegsausbruch in den sozialen Medien?

Nein. Natürlich ist das nicht der Grund. In den damaligen sozialen Medien – und allen voran war das damals Facebook – konnte man nur die Symptome deutlich sehen. Symptome des eigentlichen, sehr komplexen Problems. Und das war wohl die extreme soziale Ungleichheit und kollektive Unzufriedenheit. Was ein bisschen paradox ist, zumal der soziale Unfriede ja von Politik und Medien ganz bewusst angefacht wurde. Nur mit dem Ausgang hatte wohl niemand gerechnet. Durch die, inzwischen glücklicherweise menschenrechtswidrige, Lohngestaltung des Großteils der Bevölkerung damals hatten die meisten Menschen keine Kraft und auch keine Zeit, sich groß um Themen zu kümmern, die sich außerhalb ihres unmittelbaren sozialen Umfelds abspielten. Zumindest nicht differenziert. Und um jeden Anflug von eben jener differenzierten Auseinandersetzung mit kontroversen und komplexen Themen im Keim zu ersticken, wurden eben jene geknechteten Menschen mit den Massenmedien und der ihnen innewohnenden Fähigkeit der Meinungsmache in Schach gehalten. Oder besser gesagt bei Laune. Es ist leicht, wenn man eine diffuse Unzufriedenheit verspürt und als Antwort darauf dann von den Medien offenkundig glaubhaft erst einen Grund und dann einen Schuldigen präsentiert bekommt, sich dieser Linie dann blind anzuschließen. Meinungsmache eben. Der Hass auf die Ausländer war gewollt. Gewollt und gesteuert. Zumindest von Verbrechern wie dem Axel-Springer-Verlag, dem es ja im selben Jahr damals zum Beispiel auch nicht zu peinlich war, offen Volksverhetzung gegen Griechenland zu betreiben.

Aber das ist doch ein sehr einseitiges Bild der damaligen Lage. Vor allem auch der politischen Stimmung.

Stimmt. Es gab damals viele Politiker, die sich ernsthaft für das Wohl der Flüchtlinge eingesetzt haben. Aber sie alle, wirklich allesamt, haben es falsch angepackt. Der Tenor der Gegenbewegung war schnell eindimensional geworden und lautete mehr oder weniger „Alle Flüchtlinge sind willkommen“ und – viel verheerender – „Alle, die das anders sehen, sind dumme, braune, rassistische Nazis“.

Sie müssen zugeben, dass der Vergleich nicht allzu weit hergeholt ist.

Zugegeben, die Hetze gegen Ausländer und gegen Flüchtlinge bedarf tatsächlich einer immensen Menge Dummheit. Und Bosheit. Aber die Masse derer waren ja damals nicht die wirklich verbal hetzenden und später mordenden. Die Masse waren die Leute, die stillschweigend zugestimmt haben. Und ehrlich gesagt hat sich um die nie jemand wirklich gekümmert. Klar, die Anschuldigung an jene, die gegen Flüchtlinge sind und deren Verbrennung fordern als dumme Nazis zu bezeichnen, ist wohl, abgesehen von etwas undifferenzierter Terminologie, ziemlich passend. Aber es geht eben an jenen vorbei, die nur ihre Likes auf Facebook verteilt haben. Eine große Masse an Menschen, die unzufrieden waren und nicht in der Lage oder Willens, sich mit der Herkunft ihrer Lage wirklich auseinanderzusetzen. Oder sich dafür zu interessieren. Ich habe hier eine Art Aufklärungskampagne vermisst. Andererseits ist es auch wirklich nicht leicht, einfach gestrickte Menschen mit nackten Fakten zu überzeugen, wenn die einmal eine Meinung vorgesetzt bekommen und für sich übernommen haben. So falsch die auch ist. So gesehen war es 2015 zu Zeiten des Ausbruchs der offenen und unverhohlenen Feindschaft im Internet bereits zu spät.

Sie sagen, man hätte eher eingreifen müssen? Oder können?

Ja. Das war Sache der Politik. Oder eben derer, die nicht auf einer Linie waren, oder besser gesagt sich noch nicht von der INSM haben kaufen lassen. Ich denke hier an die Linkspartei. Die Grünen waren damals ja schon gekauft. Die Menschen waren unzufrieden. Und das waren sie nicht, weil Türken oder Albaner ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen, sondern weil das gesamte soziale und finanzielle System damals so kreischend ungerecht war. Die dafür verantwortliche Politikerriege hat es aber meisterlich verstanden, ihr Treiben zu verdecken und die Schuld eben jenen Flüchtlingen in die Schuhe zu schieben. Ich weiß noch, wie oft ich damals so einen hirnlosen Unsinn wie „Bevor ich irgendeinem Flüchtling irgendetwas spende, gebe ich es lieber einem DEUTSCHEN Obdachlosen“ gelesen habe. Solche Sätze offenbaren auf den ersten Blick Dummheit und Egoismus. Aber was steckt dahinter? Wieso lassen sich Menschen zu solchen Aussagen hinreißen? Wie kommt es, dass Menschen so etwas öffentlich zugänglich sagen oder schreiben? Es ist Angst. Und es ist Unsicherheit. Und den Ursprung eben jener Angst hätte sich die Politik von damals ansehen müssen. Eine Angst vor dem Existenzverlust. Geschürt durch prekäre Beschäftigungsmodelle. Die ja inzwischen als Rückkehr der modernen Sklaverei Anfang des 21. Jahrhunderts gewertet wird. Klar – das muss man auch berücksichtigen – man hat es hier natürlich auch mit einer immensen Portion Dummheit zu tun. Und da argumentativ Fuß zu fassen ist bekanntlich fast unmöglich. Deswegen, ich sage es nochmal, hätte vorher etwas geschehen müssen. Wer solche Schichten in einer Bevölkerung entstehen lässt, diese fördert, ihnen Futter für ihre Paranoia und ihren Hass gibt, darf sich nicht wundern. Ja, es war 2015 bereits zu spät dafür.
Es gab Mitte des 20. Jahrhunderts einen sehr makaberen und geschmacklosen Witz. „Man werfe zwei Juden einen Penny vor die Füße und beobachte, wie sie sich darum prügeln und töten“. Das sollte das Bild der Geldgier persiflieren, die man ihnen andichten wollte. Auch das war solch eine Stilblüte menschlicher Abgründigkeit. Die Sache ist nur, dass wir alle damals diese beiden waren. Und wir haben uns tatsächlich geprügelt. Und später ja auch getötet. Um den Penny. Die Menschen, gerade die unteren Schichten, waren wie Gladiatoren in der Arena, ohne zu wissen, dass sie welche sind. In einem Land voller Überfluss, in einem der reichsten Länder dieses Planeten zur damaligen Zeit, wird einer Mehrheit der Einwohner erfolgreich weisgemacht, sie müssten aufpassen, sich nichts wegnehmen zu lassen. Und das zieht natürlich. Und das Mittel war pervers wie einfach. Man nehme den kleinen Leuten so lange gerade so viel weg, dass es zum Leben reicht, aber jeder immer und zu jeder Zeit darum kämpfen muss. Das schürt Egoismus, Paranoia, Feindseligkeit. Und dann kommen massenweise Menschen, denen bereits an der Grenze von den Medien ein Stempel auf die Stirn gedrückt wird: „Dieb“. Das musste einfach knallen.

Aber diese Schicht gab es doch schon sehr lange.

Ja. Das ist richtig. Diese Schicht gab es eigentlich schon immer. Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte unserer Rasse, dass es einige „da oben“ gibt, die sich auf Kosten der Masse bereichern und diese an der kurzen Leine halten. Und zweifellos war solcherlei Treiben in der Vergangenheit, in den zurückliegenden Jahrhunderten, sehr viel brutaler, sehr viel blutiger. Aber die Form der Unterdrückung im 21. Jahrhundert hat durch die Massenmedien und die damit plötzlich möglich gewordene massenhafte Desinformation einen neuen, sehr perfiden Zug bekommen. Denn niemand ist mehr gefangen als wenn er glaubt, frei zu sein. Das hatte damals schon fast etwas von massenhaftem Stockholm-Syndrom. Ich erinnere mich noch, dass im Jahr 2013 bei der letzten freien Wahl die Regierungspartei satte 43% Wählerstimmen bekommen hatte. Ich weiß auch noch, dass ich danach wochenlang vollkommen sprach- und fassungslos war, wie blind die Menschen damals waren. Aber irgendwann habe ich verstanden, dass es selbst gewählte Knechtschaft war. Wer gefangen ist, fürchtet sich irgendwann vor der Freiheit. Oder besser gesagt vor der Ungewissheit der Freiheit.
Also ja, die Schicht gab es schon sehr lange. Aber ich denke, dass die Meinungsmacher ihre doch erstaunliche Eigendynamik unterschätzt hatten.

Damit meinen Sie die Entwicklungen in der zweiten Jahreshälfte.

Ja. Anfangs gab es ja noch Symbolpolitik und symbolhafte Ahndung von Hetze und Angriffen. Aber irgendwann gingen Geschichten viral durch die Netze über Flüchtlingsbanden und über Vergewaltigungen, über Belästigung von Kindern…

…von Deutschen Frauen und Kindern…

Ja. Es ging natürlich nur um deutsche Opfer. Die alte Rhetorik der rechtsnationalen Fundamentalisten. Die Deutschen werden angegriffen. Ekelhaft. Aber da war es dann plötzlich nur eine Frage der Zeit, bis das Pulverfass explodiert. Und ich denke, dass das unterschätzt wurde. Nachdem die ersten rechtsextremen Banden mit gezielten und organisierten Angriffen auf Flüchtlinge begonnen hatten, war der Jubel in den sozialen Medien erschreckenderweise groß. Niemand hatte den stillen „Gefällt mir“ Klicker in seiner diffusen Unsicherheit abgeholt. Bis es die Neonazis getan haben. Und dann war es eine Frage von wenigen Tagen, bis Trittbrettfahrer dabei waren. Die ersten Synagogen und Moscheen brannten. Und dem stillen „Gefällt mir“-Klicker fiel auf, dass ihn die ja schon immer gestört hatten. Und dass der Ausländer von nebenan, der übrigens mehrheitlich bereits in zweiter oder sogar dritter Generation in Deutschland geboren war, ihn auch störte. Und da hatten wir ihn, den ersten Krieg.

Sprechen wir von den Tagen des Kriegsausbruchs. Wo waren Sie? Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Ich war zu dieser Zeit Pendler. Jeden Tag eine halbe Stunde Fahrt mit der Bahn hin, eine halbe Stunde zurück. Und ich fand es damals erschreckend, welchen Unterschied mein Wohnort und mein Arbeitsort hatten. Der Arbeitsort war eine der damals größeren Metropolen im Westen von Deutschland. Mein Wohnort zwar auch Großstadt, aber trotzdem sehr provinziell und leider extrem unaufgeklärt, borniert, weltverschlossen und durch und durch finster. Beide Städte hatten damals einen extrem hohen Ausländeranteil. Meine Heimatstadt hatte weit über 10%. Und ehrlich gesagt war der westliche Teil der Innenstadt schon Jahre vorher von islamistischen Fundamentalisten mehr oder weniger in Beschlag genommen worden. Es gab damals in meiner Stadt die sich selbst so genannte Scharia-Polizei. Das waren ein paar vollkommen fehlgeschlagene Individuen, die den rechtsnationalen Spinnern mit ihren Parolen und unfassbar peinlichen Videos im Internet damals in nichts nachstanden. Die gleiche Spezies, nur auf gegenüberliegenden Seiten des Grabens. Ich hab mich damals ein paar mal bei dem Gedanken erwischt, dass es doch gut wäre, wenn die sich gegenseitig einfach platt machen und die normalen Menschen, die einfach in Frieden leben wollen in Ruhe lassen. Aber diese Menschen gab es ja gar nicht wirklich. Oder anders gesagt, die Massenmedien haben diese Menschen damals scharf gemacht, eben keinen Frieden mit den „anderen“ haben zu wollen. Aus reiner Gier, aus Geiz und aus Angst.
Aber wie gesagt, ich bin damals gependelt. Und ich erinnere mich, dass ich zunehmend Banden sichtlich rechter Gesinnung an den Bahnhöfen habe umher streifen sehen. Und es gab damals viele Situationen, in denen ich mich sehr unwohl gefühlt habe. Und irgendwann Ende des Sommers gab es dann die ersten handfesten Auseinandersetzungen. Es fing damit an, dass diese Banden Einzelne belästigt und verletzt haben. Anfangs noch geahndet von Polizei und Bahn-Sicherheit, wurden diese Übergriffe aber innerhalb weniger Tage so umfangreich und häufig, dass die Polizei sehr schnell nicht mehr hinterhergekommen ist. Und irgendwann haben die Flüchtlinge dann, wohl auch mit Hilfe damals in Deutschland lebender Menschen mit Migrationshintergrund, begonnen, sich zu wehren. Und zurückzuschlagen.
Und dann war der Übergang fließend. Die Straßenschlachten waren da, es gab die ersten Toten. Die wurden gerächt mit noch mehr Toten. Es folgten Gräueltaten, zur Abschreckung. Ich erinnere mich mit Schrecken an die gekreuzigte junge Frau, der man nur ihr Kopftuch gelassen hatte, die man eines Tages am Berliner Hauptbahnhof deponiert hatte. Und es folgten noch viele derlei Taten. Und es waren hauptsächlich die deutschen Extremisten. Aber bei allem Verstehen für die Möglichkeit der Entwicklung und Entstehung dieser unzufriedenen Schicht dummer, bildungsferner Menschen hat mich diese entfesselte Gewalt damals extrem erschreckt. Diese Kaltblütigkeit, die Bereitschaft zur Gewalt. Und noch vor Ablauf des Jahres gab es plötzlich überall in Europa Straßenkriege. Nationalisten und dummes Volk gegen Ausländer und Flüchtlinge.
Damals hat meine engste Familie sich versammelt und wir haben geschlossen Deutschland verlassen für einige Zeit. Bis die Kämpfe auch andernorts ausbrachen. Und dort waren schließlich wir die Ausländer oder besser gesagt die Flüchtlinge. Wir waren Kriegsflüchtlinge. In der Heimat waren wir jeden Tag in Gefahr, zwischen die Räder zu kommen. Von den eigenen Landsleuten gehasst für unser „Gutmenschentum“ und in ständiger Gefahr von fanatischen Ausländern als Deutsche über einen Kamm geschoren zu werden. Glücklicherweise wurden wir als deutsche Familie in einem Land von Menschen aufgenommen, deren Vorfahren 75 Jahre davor von deutschen Besatzungsmächten geknechtet und misshandelt worden waren. Und dieser Akt der Menschlichkeit hatte mich damals in meiner Haltung bestärkt. Wir hatten das Glück, das meine damaligen „Landsleute“ so unzähligen anderen Menschen verwehrt hatten. Wir sind alle Menschen. Und es ist die Menschlichkeit, die uns zivilisiert macht. Es ist die Nächstenliebe, die den Pfad in die Zukunft weist. In eine bessere Welt. Leider hat es viele Jahre gedauert, bis in Europa die Feuer des Hasses verbrannt waren. Bis es nichts mehr gab, was abbrennen konnte. Ich wünschte mir nur oft, es wäre anders gekommen. Ich trauere um die Millionen Toten ebenso wie um den Untergang unserer westlichen Kultur. Wer weiß, wie viel besser die Welt heute aussehen würde, hätten die Menschen sich damals nicht vom Hass verleiten lassen, sondern ihrer inneren Stimme der Menschlichkeit Raum gegeben.

Herr Fields, ich danke Ihnen für dieses Interview.

Zur INSM-Propaganda

Gepostet by on Aug 11, 2015 in Ausraster, Gesellschaft, Hintergrund, Intelligenz, Kapitalismus, Medien, Politik | Keine Kommentare

Zur INSM-Propaganda

Eine Lüge bleibt eine Lüge bleibt eine Lüge. Egal, wie verdreht man sie darstellt. Egal, wieviele tolle, schlaue, verwirrende Worte man darum herum baut. Egal, wie dreist man ist. Egal, wie viel finstere, dreckige Niedertracht dahinter steckt.

Ekelhaft finde ich, dass mich diese klebrige, dummdreiste Dreckslügenkampagne auf News-Seiten wie dem Spiegel oder der Süddeutschen ankotet. Mit Slogans auf einem Niveau, das der BILD-Kotze gut zu Gesicht stünde, allerdings dann doch noch etwas eher etwas für die WELT-Gülle wäre. Wobei die Macher – mögen sie für ihren moralischen Verfall in der Hölle schmoren gleich neben Investment-Abzockern und Bushido-Anwälten – hier genau den „richtigen“ Ton treffen. Tumbe Stammtisch-Polterei mit diesem angedeuteten Hauch Nobel-Intellektualität, die sich für den wirklich denkenden Menschen beim ersten Blick allerdings als Billig-Kopie aus Kapitalistan entpuppt.

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Dieser widerwärtige Propaganda-Krieg würde mich allein für sich ja eher belustigen. Zu billig finde ich die Argumente, zu bräsig die Begründungen. Der Kragen platzt mir allerdings, weil ich genau weiß, dass die Macher genau wissen, dass sie damit eine traurige Mehrheit dummer Menschen in diesem Land genau erreichen. Menschen, deren Horizont leider nicht ausreicht, um sich diese wichtigen Gedanken selbst zu machen, um selbst zu recherchieren, zu kombinieren und eigene Schlüsse zu ziehen. Menschen, die sich dadurch mit solch tumben wie gefährlichen Parolen abholen lassen. Das ist gezielte Volksverhetzung. Das ist Propaganda-Krieg. Und das ist ekelerregend, gesellschaftlich geradezu widerwärtig. Denn hier wird mit den Urängsten der Menschen gespielt, um eine soziale Evolution aufzuhalten, die im Endeffekt der Ungleichverteilung einen leichten Bremsklotz anlegen könnte. Mehr ist es ja noch nicht einmal. Aber diese Gier, dieses widerwärtige asoziale Pack, die Ausbeuter unserer Gesellschaft kriegen einfach ihre fetten Hälse nicht voll. Und mit Geld kann man alles machen. Wenn man das Geld, das allein diese unsägliche Initiative Neo(a)soziale Marktherrschaft (oder so ähnlich) verschlingt mit ihren ganzen Vorsitzenden, Kuratoren, Kampagnen, Werbemaßnahmen, Lobbyinvestitionen, nähme und damit die Menschen etwas besser bezahlen würde, wäre viel mehr Menschen geholfen. Stattdessen werden Millionen investiert, um den Fließband-Arbeiter davon zu überzeugen, dass 8,50 pro Stunde (brutto(!!!!!!)) nicht in seinem Sinne sind. Und das eigentlich finstere: die Kampagne will erreichen, dass der Fließbandarbeiter das sogar glaubt. Eine erfolgreiche Kampagne erreicht, dass der fleißige Arbeiter auch gar nicht mehr Geld WILL! Warum? Weil sonst ganz viele arme Leute ihre Arbeit verlieren. Warum das? Na, ist doch klar. Weil die Arbeitgeber die 8,50 Euro nicht bezahlen können… oder wollen? Wie war das noch? Und weil die Arbeit, die gemacht werden müsste, dann eben GAR nicht gemacht wird. Weil man als Arbeitgeber lieber den Firmen-Daimler kutschiert, als dem Fundament des eigenen Erfolges – seinen Mitarbeitern – einen Lohn zu bezahlen, der ihrer Arbeit angemessen ist und der diesen Menschen ihre selbstverständliche Lebenswürde gibt.

Es ist dieses weinerliche, was ich an der Kampagne so ätzend finde. Und diese unglaubliche, an Dreistigkeit und geballter Boshaft nicht mehr zu überbietende Aussage, halbe Wahrheiten seien gefährlich. Ja, genau das. Halbe Wahrheiten SIND gefährlich. Und sie selbst bieten das allerbeste Beispiel. Das ist, als würde die Atom-Lobby auf ihre Werbeplakate schreiben „Solaranlagen und Windkrafträder sind lebensgefährlich – die könnten einem auf den Kopf fallen!“ oder die Tabak-Industrie würde werben mit dem Slogan „Rauchverbote? Diese Bevormundung des Bürgers beschneidet sein Recht auf ein gesundes, freies Leben!“. Oder eben mit den Worten der Arbeitgeber-Lobby (also der Bande derer, die auf Kosten und auf den Rücken ihrer Millionen Fabrikarbeiter ihren Reichtum gescheffelt haben) „Mindestlohn? Gefährdet Arbeitsplätze“. Das ist so kreischend kurz gedacht, dass es fast weh tut. Noch viel größer ist der Schmerz aber, weil klar ist, dass die Leute doch ganz genau wissen, wovon sie sprechen. Und als würde es die Arbeitgeberverbände auch nur im Geringsten interessieren, ob der Fleißbandarbeiter seinen Job verliert. Die haben einfach keine Lust, mehr zu bezahlen. Und da zieht das Druckmittel, dem kleinen Mann im Ernstfall die Lebensgrundlage zu entziehen, schon ganz gut. Im Grunde ist das nichts weiter als perfide Erpressung. Ein widerlicher Schachzug in einem ungleichen Kampf. Macht gegen Ohnmacht. Aber ich will mal die Bande sehen, was sie machen, wenn sie alle ihre Arbeiter entlassen „mussten“. Wer macht dann die Arbeit, die die Grundlage des eigenen Reichtums ist? Und da sitzt die eigentliche Macht des kleinen Arbeiters. Denn ohne ihn, ohne seine fleißige Arbeit, seinen kaputten Rücken, seine Staublunge und was er sonst noch auf sich nimmt, wäre der Reichtum der Arbeitgeber niemals zustande gekommen. Und jetzt, wie zu jeder anderen Zeit auch, diesen Menschen einen angemessenen Lohn vorzuenthalten ist bestenfalls undankbar – ehrlich gesagt ist es aber nur Sklavenarbeit 2.0.

Wäre das System ein gerechteres, würde jeder Arbeitnehmer mit seiner Arbeit nicht nur Geld verdienen, sondern auch Anteile an der Firma erwerben, für die er schuftet, sähe all das ganz anders aus. Aber dafür hat sich in den letzten Jahrzehnten dieser Filz aus Kapitalismus und Korruption in diesem Land viel zu sehr verfestigt und verbreitet, als dass man dem heute noch Herr werden könnte. Eine wirklich und wahrhaft bittere Erkenntnis.

PS: „Mein Chef hat sich einen Ferrari gekauft. Wenn ich dieses Jahr noch ganz, ganz hart und fleißig arbeite, kann er sich nächstes Jahr einen zweiten kaufen.“

Erdogan greift auch in Deutschland hart durch

Gepostet by on Mai 24, 2014 in Fav, Gesellschaft, Intelligenz, Medien, Satire, Zukunftsvorhersage | Keine Kommentare

Erdogan greift auch in Deutschland hart durch

++ Breaking News ++ Erdogan lässt deutschen Botschafter einbestellen, weil Merkel nicht auf Gegendemonstranten und Protestler im Zuge seines Privatbesuchs in der nordtürkischen Provinz Köln hat schießen lassen. Ein dermaßen lasches und passives Verhalten könne er von einer Provinzpomeranze wie Merkel nicht hinnehmen. Über Folgen werde er in den kommenden Tagen beraten, ließ er sich von der unabhängigen Organisation UETD zitieren. Im Gespräch seien die Aberkennung der Zugeständnisse in Bezug zur Eigenverwaltung Kölns. „Vielleicht sei es nun an der Zeit, zunächst Köln und kurz darauf auch den Rest Deutschlands wieder unter türkische Direktkontrolle zu bringen“, so Erdogan am Abend. ++

++ Update ++
Später wurde noch bekannt, dass Erdogan vollkommen ungehalten darüber war, dass seiner Spezialeinheit nicht umgehend gestattet wurde, selbst rund um die LANXESS-Arena in Köln für Ordnung zu sorgen. „Mehr als drei oder vier Kilometer im Umkreis wollten wir ja gar nicht sichern“, so Erdogan verwirrt. Und man hätte sogar den verweichlichten deutschen Demokratienostalgikern zugestehen wollen, zumindest Frauen und Kindern zunächst in die Beine zu schießen. Nun müsse er wohl darüber nachdenken, mit Hilfe einer Eingreiftruppe in Zivil diese Aufgaben übernehmen zu lassen. Allerdings habe er bedenken, weil er Streit mit dem deutschen Innenminister vermeiden wolle. „Man erschieße schließlich keine Rollstuhlfahrer“, so Erdogan. Denn Anstand, Menschlichkeit und Fairness seien noch immer seine entscheidenden Antriebsfedern.

Erdogan in Köln – Ein paar Gedanken dazu

Gepostet by on Mai 19, 2014 in Ausraster, Gesellschaft, Medien, Politik | Keine Kommentare

Erdogan in Köln – Ein paar Gedanken dazu

„Ich hab’s doch schon vorher gesagt“ reicht hier irgendwie schon nicht mehr. Ich darf höflich an all meine Ausraster über diesen widerlichen, krachend egozentrischen Kotzbrocken und seine bizarren und verstörenden Ansichten, Bekundungen und Handlungen erinnern. Wobei ich die Highlights der letzten Jahre ja schon gar nicht mehr kommentiert habe. Das Vermöbeln und Erschießen von Demonstranten in Istanbul und im Rest des Landes – eine Stilblüte seiner Vorstellung von Demokratie. Ebenso die Twitter- und Youtube-Sperre. Wie heißt es so schön aus dem Munde des Absolutismus? Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten? Da sollte diese quengelige Ratte mit Oberlippen-Bürste mal drüber nachdenken… und wieso nur muss ich bei seinem Anblick generell immer an das Thema Reinkarnation denken? Seltsam.
Und ich finde es erstaunlich bis begrüßenswert, dass selbst unsere hiesigen Politiker – also all jene Individuen, die bisher hauptsächlich und ausschließlich dann auffallen, wenn sie mal wieder zu laut geschnarcht haben – sich inzwischen dazu hingerissen fühlen, dazu etwas zu sagen. Und nun sollten Politiker ja stets ein bisschen auf diplomatisches Feingefühl achten. Da kommen dann so Sachen raus wie von Julia Klöckner, ihm fehle es an „Empathie sowohl beim Umgang mit dem Bergwerksunglück als auch generell gegenüber den Bedürfnissen der Türken nach Wahrung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit“, oder von Andreas Scheuer, Erdogan solle seine Wahlkampfschlacht nicht nach Deutschland verlegen. Etwas deutlicher – bemerkenswerterweise – werden die etwas linkeren Politiker von SPD und Grünen. Trittin bescheinigt Erdogan den Verlust des Realitätssinnes und der Integrationsminister von NRW sagt gar, Erdogan missbrauche unser Gastrecht. Wahre, deutliche Worte. Und wie schön, dass ich kein Politiker bin. Denn ich werde noch deutlicher: Dieses abartige riesengroße Arschloch hat in diesem Land hier nichts verloren. Sein Auftritt vor hier lebenden Türken, seine Art, diese gegen ihre eigene Heimat hier anzustacheln, jede Integrationsbemühung zunichtezumachen, ist an bösartiger Niedertracht kaum noch zu überbieten. Das geht über Missbrauch des Gastrechts weit hinaus. Der Hass, den er verbreitet, sucht tatsächlich historisch seinesgleichen (wieder dieser Gedanke). Er tut doch auch den Türken hier nicht den allergeringsten Gefallen mit seiner Kampfeshaltung. Die Türken wollen hier leben, sich hier wohlfühlen. Wie sieht wohl die Reaktion Deutschlands und der Menschen hier aus, wenn sich hier lebende Türken offen zu Erdogan und damit offen zum Kampf bzw. zur Auflehnung gegen die Integration bekennen? Was denken diese Schmalspurbrinsen eigentlich? Dass die Deutschen sagen „ja klar, macht euch breit“? Damit fördert Erdogan doch nur die rechten und ultrarechten vollends verblendeten Evolutionssackgassen-Primaten und gibt ihnen Futter. Das wollen wir hier aber nicht. Das ist ekelhaft. Erdogan benutzt und missbraucht all jene Menschen hier ausschließlich für seine Zwecke und für seine Wiederwahl. Klar, kommt geil, wenn der starke Führer (hmm… siehe oben) einem hier lebenden (und möglichst dummen) Türken das Gefühl gibt, stark zu sein (die Schlauen checken ja glücklicherweise, was für ein riesengroßer Wichser Erdogan ist und was dahinter steckt). Gegen die doofen Deutschen. Dann wählt man den starken Mann natürlich gerne. Weil er geil ist. Weil er die Türken hier nicht vergessen hat. Weil er sich für sie einsetzt… ja. Aber macht er das? Haben die Türken dann etwas davon, dass Erdogan sie gegen ihre Mitmenschen hier aufgehetzt hat? Nope. Erdogan fliegt zurück in die Türkei, vermöbelt und erschießt noch mehr Demonstranten, lässt noch mehr Menschen in Bergwerken verrecken und das Internet zensieren und lacht sich bestenfalls kaputt über die ganzen verpeilten Oberspacken hier in Deutschland, die ihm blind hinterher rennen und ihren hiesigen sozialen Frieden für eine Witzfigur opfern… und was haben sie dann davon? Nur noch mehr Anfeindung. Saubere Leistung. Und auch aus diesem Grund – und aus dem Grund, den sozialen Frieden hier zu wahren – müssen unsere verdammten Politiker jetzt endlich mal noch sehr viel deutlichere Worte finden. Erdogan ist eine Gefahr für die Sicherheit in unserem Land. Erdogan begeht das Verbrechen der Volksverhetzung. Erdogan hat in Deutschland nichts verloren. NICHTS! Von volksverhetzenden Spinnern seines Formats hatte dieses Land einfach genug.

PS: hier und da habe ich die Meinung gelesen, wer Demonstranten zusammenschlagen lasse, sei hier nicht willkommen. Gut und schön, aber Darth Mappus, Darth Merkel und Darth Schäuble dürfen ja auch noch frei rumlaufen. Also das wäre dann doch etwas zynisch und selbstgerecht…

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