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Das tote Kind und der Wahlkampf

Gepostet by on Sep 13, 2017 in Gesellschaft, Medien, Politik | 1 Kommentar

Was sind wir für eine zynische Gesellschaft geworden? Was haben wir für eine abstoßende, ekelerregende Doppelmoral? Was sind wir gefangen in unserer Blase, von innen verspiegelt, blind für die Außenwelt. Wobei der Vergleich hinkt, zumal unser Wohlstand alles andere als in einer Blase lebt – zu abhängig ist er von der Ausbeutung anderer Teile dieser Welt.

Doch worum geht es?

Die Partei DIE PARTEI hatte in den letzten Tagen für Aufsehen gesorgt mit einem umstrittenen Wahlplakat. Es führte den ohnehin für sich allein schon grenzenlos zynischen Wahlslogan der CDU („Für ein Deutschland in dem wir gut und gerne leben“) in abgewandelter Form: „Für einen Strand an dem wir gut und gerne liegen“. Und es zeigte das Bild des im Jahr 2015 im Mittelmeer ertrunkenen und am Strand bei Bodrum angespülten Jungen Ailan Kurdi, dessen Leiche scheinbar friedlich im Sand lag.

Dieses Plakat darf als Kritik an der aktuellen Flüchtlingspolitik der CDU/CSU & SPD Bundesregierung gewertet werden – vorsichtig formuliert. Und es zeigt auf sehr deutliche Weise die brutale, eiskalte Zynik des CDU-Wahlkampf-Slogans. Denn ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben, nimmt ertrunkene Kinder im Mittelmeer billigend in Kauf. Darüber muss nicht debattiert werden, da herrscht auch kein Deutungsspielraum – es ist eine einfache Tatsache.

Der Post mit diesem Plakat mitsamt der dazugehörigen „Pressemeldung“ der Partei DIE PARTEI wurde von Facebook mehrfach und wiederholt gelöscht. Die Gründe dafür kenne ich nicht. Aber diverse Kommentare lassen auf eine gewisse Haltung in der Bevölkerung schließen. O-Ton ist:

„Ein totes Kind hat im Wahlkampf nichts zu suchen.“

Und da lehne ich mich entsetzt zurück und frage mich kopfschüttelnd, wie verkommen, zynisch und arrogant unsere perverse Wohlstandsgesellschaft bitte geworden ist. Entspricht es etwa nicht dem Pietätsgefühl des geneigten Wählers, mit dem Bild eines toten Kindes konfrontiert zu werden? Ein Kind, dessen Tod relativ unmittelbar die Folge deutscher Außen- Wirtschafts- und Flüchtlingspolitik ist. Eine Politik, die durch die bevorstehenden Wahlen aktuell direkt und unmittelbar zur Diskussion steht. Eine Politik, die sich ganz aktuell rechtfertigen muss für ihre Auswirkungen, ihre Visionen und ihre dunklen Seiten. Daher ist es absolut notwendig, auch die unschönen Folgen der Politik (und es sind viele!) aufzuzeigen. Daher sage ich: im Gegenteil, dieses tote Kind hat seinen Platz in diesem Wahlkampf. Das bestürzende Schicksal des kleinen Ailan, dessen lebloser Körper das Symbol für die Widerwärtigkeit westlicher Wirtschafts-, Außen- und Flüchtlingspolitik wurde, ist elementarer Bestandteil des aktuellen Wahlkampfes. Und es ist haarsträubend, dass es einer Satire-Partei wie der Partei DIE PARTEI bedurfte, um die Wähler wieder daran zu erinnern. Und die Meinung, ein totes Kind habe im Wahlkampf nichts zu suchen, beweist die perverse Ausblendungs- und Verdrängungshaltung der deutschen Bevölkerung. Und es beweist die Verantwortungslosigkeit. Denn streng genommen ist in einer Demokratie das Volk als Souverän auch in vollem Umfang verantwortlich für die Politik. Zumindest einmal moralisch. Und Wegschauen, wenn man mit den bestürzenden, beschämenden und schlafraubenden Konsequenzen der deutschen Politik konfrontiert wird, ist ein deutliches Zeichen für völlige Verantwortungslosigkeit. Das Kreuz des Wählers legitimiert die gewählte Politik. Und zwar nicht nur moralisch.

Grob gesagt darf man konstatieren: wer sein Kreuz für die CDU/CSU macht, macht sein Kreuz für ertrunkene Kinder im Mittelmeer.

Erdogans MIMIMI Reisewarnung – ein Kommentar

Gepostet by on Sep 9, 2017 in Ausraster, Politik | Keine Kommentare

Politische Verantwortliche in Deutschland gestalten ihren Wahlkampf zunehmend über Türkei-Ablehnung und Verhinderung einer möglichen türkischen EU-Mitgliedschaft. Die politische Atmosphäre ist zunehmend geprägt von Rechtspopulismus und rassistischer Rhetorik. Zudem ist es besorgniserregend, dass deutsche Behörden nichts gegen die Erklärungen eines Parteiführers unternehmen, die offen rassistisch sind.

Dass du Richter einsperren lässt, die etwas gegen deine rassistischen Ausfälle unternehmen würden, ist aber kein Problem?

Wir beobachten auch im Umgang mit unseren Staatsbürgern eine zunehmende Diskriminierung. Speziell unsere Staatsbürger mit anderen politischen Ansichten sind zunehmenden verbalen Anfeindungen ausgesetzt.

Dass du die Opposition kriminalisiert, jedwede opponierende Ansicht, Wissenschaft und Journalismus mundtot gemacht und ganz nebenbei die kurdischen Städte in deinem Land dem Erdboden gleichgemacht hast, ist aber kein Problem?

In Deutschland gab es Feuer und andere fatale Ereignisse in den Nachbarschaften und Häusern unserer Staatsbürger und anderer Ausländer, die seitdem nicht aufgeklärt wurden. Obwohl es nicht nur in unserem Land, sondern auch in der deutschen Öffentlichkeit den Verdacht gibt, dass mindestens ein Teil der Ereignisse von Rassisten verübt wurde, sind deutsche Behörden nicht entschieden genug vorgegangen.

In der Türkei gab es einen Putschversuch, der von dir mit einem Gegenputsch beantwortet wird. Obwohl es nicht nur in der weltweiten Öffentlichkeit den Verdacht gibt, dass deine Verbrecherbande die Demokratie überwinden möchte.

Hinsichtlich der Fremdenfeindlichkeit und des Rassismus gibt es kein Ergebnis eines Gerichtsprozesses. In dem Land wurden von 2000-2007 zehn Personen von Mitgliedern des NSU getötet, davon acht Türken. Der Prozess vor dem Oberlandesgericht München startete 2013. Trotz 380 Verhandlungstagen gibt es noch immer keine Gerechtigkeit.

Es sitzen mehrere deutsche Staatsangehörige in türkischen Gefängnissen auf der Basis haarsträubender Vorwürfe und Unterstellungen. Fang du debiler Spasti nicht von Gerechtigkeit an!

Speziell bei der Einreise über Flughäfen sind unsere Staatsbürger zunehmend einer unfreundlichen Behandlung, haltlosen Befragungen, temporärer Festsetzung und Willkür seitens der deutschen Grenzpolizei und Behörden ausgesetzt.

Ja, bei zig tausend türkischen Agenten und zweier extrem zwielichtiger Verbrecherbanden (DITIB / UETD), die unter deinem Kommando in unserem Land agieren, finde ich das zumindest nachvollziehbar.

Deutschland fungiert gleichzeitig als sicherer Hafen für Terrororganisationen. Zahlreiche auch den Behörden bekannte PKK- und FETÖ-Mitglieder genießen Unterschlupf und können sich frei bewegen und in der deutschen Öffentlichkeit agitieren. Während deutsche Behörden im Umgang mit der FETÖ sich mit immer neuen Ausreden herauswinden, genießt selbst die auch in Deutschland und der EU als terroristisch eingestufte PKK weitgehende Handlungsfreiheit.

Falsch! Deutschland gibt denen Schutz, die zu Unrecht von deinem Faschismus bedroht sind.

Unter all diesen oben angeführten Gesichtspunkten fordern wir unsere Staatsbürger, welche beabsichtigen nach Deutschland zu reisen und/oder in Deutschland leben zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. Lassen Sie sich durch fremdenfeindliche, rassistische (verbale) Anfeindungen nicht provozieren. Vermeiden Sie Diskussionen politischen Inhalts.

Oha, hast du Angst, man könnte ihnen die Augen öffnen? Du musst deine Landsleute ja wirklich für außergewöhnlich dämlich halten.

Speziell vor den Wahlen am 24. September sollten Sie sich von Veranstaltungen der Parteien, möglichen Veranstaltungen, Demonstrationen von terroristischen Vereinigungen/durch Unterstützung von terroristischen Vereinigungen, auch wenn diese durch deutsche Behörden genehmigt und/oder mit Wohlwollen toleriert werden, fernhalten.

Du solltest ihnen sagen, dass sie sich zum Beispiel auch vom Gezi-Park fernhalten sollten. Ist auch nicht allzu gesund für friedliche Demonstranten.

Wir empfehlen unseren Staatsbürgern dringend, die fortlaufenden Aktualisierungen dieser Hinweise, die Warnungen und Hinweise über die türkische Botschaft in Berlin und unserer Konsulute zu verfolgen, da diese hilfreich sein werden.

Du bist so endfertig, dass es echt jeder Beschreibung spottet. Ich hoffe sehr für die Welt, dass es mutige und anständige Menschen gibt, die dich rechtzeitig stoppen. Auf welche Weise auch immer!

Zum Beitrag von Jens Spahn in der ZEIT über Englisch in Berlin

Gepostet by on Aug 24, 2017 in Gesellschaft, Hintergrund, Philosophisches, Politik | Keine Kommentare

Ich beziehe mich auf diesen Beitrag in der ZEIT, den ich inhaltlich hier kopiert habe, um ihn zitieren zu können:
ZEIT.de

Der bayerische Kabarettist Gerhard Polt bringt es auf den Punkt: Beim Italiener lässt er einen Unverbesserlichen auf zusammengeklaubtem Italienisch bestellen. Das sprachliche Trauerspiel gipfelt in der Order eines Kaiserschmarrens als „Narretia dell’Imperatore“. Die Küche sei schon geschlossen, antwortet daraufhin der Kellner ungerührt – im breitesten Bayerisch. Die kleine Geschichte um die verunglückte sprachliche Anbiederung bringt den verkrampften Umgang der Deutschen mit ihrer eigenen Sprache auf den Punkt.

Deuten Sie das wirklich so? Ich deute es anders: für mich ist das Freude und Begeisterung an fremden Sprachen. Wenn auch in diesem Fall recht typisch bayerisch unbedarft.
Wissen Sie, wie man Dinge versteht, einsortiert und deutet, sagt viel mehr über einen selbst aus, als über denjenigen, den man interpretiert.

Ich jedenfalls störe mich daran, dass in nicht wenigen Berliner Restaurants ausschließlich nur noch auf Englisch bedient wird.

Dann gehen Sie halt nicht mehr dort hin. Wissen Sie, mich stören ganz andere Dinge. Zum Beispiel stört mich, dass Sie sich von großen Konzernen Gesetze vorformulieren lassen, deren Auslegung überaschenderweise selten im Sinne der Allgemeinheit sind. Sie als Politiker müssten aber gerade Letzteres sicherstellen. Und das ist nur ein Beispiel von vielen Dingen, die mich wirklich stören. Wir scheinen da tatsächlich unterschiedliche Prioritäten zu haben. Gut, Sie könnten an dieser Stelle argumentieren, dass ich hier Dinge durcheinanderbringe, deswegen bleibe ich einmal thematisch im Kontext: mich würde ganz bestimmt das dümmliche Gepoltere bei CDU-Stammtischen wahnsinnig machen – meine Lösung ist, dort nicht hinzugehen.

Das betrifft sicher nicht die hauptstädtischen Randbezirke. Aber in vielen zentralen Kiezen, in Mitte, Prenzlauer Berg oder Neukölln greift das Phänomen in den letzten Jahren immer weiter um sich. In Kreuzberg gibt es inzwischen bei „Foodbloggern“ sehr angesagte „Eateries“, die es nicht einmal für nötig befinden, für den Notfall eine deutschsprachige Karte bereitzuhalten.

Gut, über „Eateries“ kann ich auch nicht viel mehr als schmunzeln. Wie über viele andere Dinge auch, die sich so in die junge Lebenswelt einschleichen. Da fällt mir allerdings ein simpler Satz zu ein: „Leben und leben lassen“.

In Paris, wo man auf seine kulturellen Eigenheiten mit Recht sehr stolz ist, wäre so etwas undenkbar.

Falls Sie es nicht gemerkt haben: sie sprechen hier über Berlin, nicht über Paris. Würde man Ihrer Argumentation folgen, müsste man nun mindestens alle Hauptstädte der Welt heranziehen und sich anschauen, was dort wie undenkbar wäre und was nicht. Ich würde sagen, jede Stadt ist eben anders. Und nur, weil Dinge in Paris sind wie sie sind, hat das nicht die allergeringste Implikation für Berlin.

Hier im angesagten Berlin dagegen halten es viele inzwischen für normal. Sie interpretieren es als einen Ausweis kosmopolitischer Kompetenz, sind sogar stolz darauf.

Sind Sie sich sicher, dass es nicht Sie selbst sind, der das so interpretiert und diese Interpretation diesen Leuten unterstellt? Vielleicht mal drüber nachdenken.

Mich aber ärgert es, wenn in Teilen der deutschen Hauptstadt die deutsche Sprache immer weiter ins Hintertreffen gerät.

Ich wittere eine reichlich billige Anbiederung nach rechts. Auch wenn es mich bei Ihnen ehrlich gesagt nicht sonderlich überrascht, muss ich es doch als peinlich durchschaubar monieren.

Besonders skurril wird es, wenn ich mitbekomme, wie sich Gast und Kellner in einer angesagten „Location“ auf Englisch unterhalten – beide aber dabei einen fetten deutschen Akzent erkennen lassen.

Ich wiederhole mich gerne: Leben und leben lassen. Tun die beiden Ihnen weh, wenn sie sich so verhalten? Dann erstellen Sie Anzeige. Ich finde es eigentlich klasse, wenn man sich im Umgang mit einer anderen Sprache übt. Aber das mag ja jeder sehen, wie er will.

Zwei Deutsche, die sich in der deutschen Hauptstadt auf Englisch unterhalten – ist das cool und kosmopolitisch? Oder nicht doch eher peinlich provinziell?

Ich wüsste allerdings tatsächlich überhaupt nicht, wie Sie hier auf „provinziell“ kommen. Was ist das Provinzielle daran? Die englische Sprache?

Das Beispiel macht vor allem auch klar, worum es mir bei der von mir angestoßenen Debatte tatsächlich nicht geht. In einigen Kommentaren ist mein Einwurf als Beitrag zur Integrationsdebatte missverstanden worden. Aber darauf zielt meine Kritik gar nicht ab, jedenfalls nicht im Kern. Im Gegenteil. Es geht mir vor allem um uns Deutsche selbst. Um unser Verhältnis zur eigenen Sprache. Und damit wohl auch ein bisschen um das Verhältnis von uns Deutschen zu uns selbst. Es geht um die anbiedernde Bereitschaft, vorschnell und ohne Not die eigene Muttersprache hintanzustellen – selbst in Situationen, wo das gar nicht nötig wäre.

Werter Herr Spahn, Sie offenbaren viel mehr über Ihre eigene innere Unsicherheit, als Sie denken. Und ich fürchte, dass Ihnen das nicht einmal bewusst ist. Sie haben Angst, vielleicht eine undefinierte Angst – aber deutlich. Was auch erklärt, wie es sein kann, dass Sie als homosexueller Mann ausgerechnet in der CDU gelandet sind. Aber es ist deutlich: Ihre unbestimmte Angst und Ihre Unsicherheit im Leben sind stärker als Ihre Überzeugung für eine Gleichberechtigung sexueller Orientierung. Was so manchen Psychologen sicher auch auf das Thema „Selbsthass“ bringen könnte… aber hier möchte ich mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Ich finde es nur extrem auffällig.

Vor 40 Jahren mag die Beherrschung einer Fremdsprache noch mächtig Eindruck gemacht haben. Heute aber, in einer Zeit, in der viele Kinder in der Schule schon in jungen Jahren mehrere Sprachen lernen und in der immer selbstverständlicher über Sprachgrenzen hinweg kommuniziert wird, ist das bloße Verwenden einer anderen Sprache zur Unzeit für mich durchaus kein Ausweis von Internationalität. Im Gegenteil. Es zeugt eher von provinzieller Selbstverzwergung.

Und noch immer verstehe ich nicht im Geringsten, was das mit Selbstverzwergung zu tun haben könnte. Oder mit provinziell. Wie wäre es mit einer anderen Deutung. Was, wenn es von dem gelebten Zwang zeugt, in einer immer anspruchsvoller werdenden (Arbeits-)Welt Schritt halten zu können. Und in diesem Fall wären Sie als Politiker, der die Lebens- und Arbeitswelt mitformen kann, in der direkten Verantwortung. Auch hier sollten Sie vielleicht mal drüber nachdenken.

Womit ich im Übrigen nichts gegen die Provinz gesagt haben möchte. Bei meinen Besuchen quer durch Deutschland treffe ich viele innovative Unternehmer, deren Habitus von den Berliner Hipstern sicher als provinziell belächelt werden würde. Hier findet man eher solide, mittelständische Betriebe – die dafür aber international extrem erfolgreich sind. Es mag überraschen: Aber es sind diese kleinen Orte in Hessen, im Schwarzwald oder auch in meiner Heimat, dem Münsterland, wo oftmals wirklich kosmopolitisch gedacht, gewirtschaftet und gehandelt wird. Keine Frage: Weltmarktführer – und sei es auch nur in einer Nische – kann nur der werden, der sich eine tiefe Kenntnis fremder Märkte erarbeitet, der sich gut in andere Kulturen einfühlen kann und der es versteht, internationale Bedürfnisse und Wertvorstellungen perfekt zu bedienen. Das alles wird genau hier geleistet, oft auf dem plattesten Land. Wer seine Innovationen international so erfolgreich vermarkten kann, ist nachweislich auf der Höhe der Zeit. Ob die zum Glück boomende Berliner Start-up-Szene ökonomisch irgendwann mal genauso erfolgreich sein wird, muss sich erst noch zeigen. Ich arbeite wie viele andere jeden Tag dafür, dass sich mehr digitale Start-ups in Deutschland und Berlin gründen und erfolgreich wachsen können, denn da liegt ein gutes Stück unserer Zukunft. Und vieles ist da bereits gelungen. Dennoch gilt schon noch, dass sich die wahre Internationalität der deutschen Wirtschaft eher nicht in der Hauptstadt, sondern in der Breite der deutschen Lande findet.

Stammklientel gebauchpinselt. Dafür gibt’s vom Chef sicher ein Fleißkärtchen.

Aber zurück ins hippe Berlin: Die Hauptstadt ist für viele junge Leute heute ein Sehnsuchtsort. Jedes Jahr strömen mehr ausländische Touristen zu uns. Das ist zunächst einmal ein Grund zur Freude. Und selbstverständlich ist es zu begrüßen, dass Besucher aus Kopenhagen oder Belgrad hier während ihres verlängerten Wochenendes auch auf Englisch zurechtkommen. Die Möglichkeit, auf Englisch einen Kaffee oder ein Bier zu bestellen, ist international Standard. Das ist praktisch und gut. Weniger praktisch, weniger gut ist dagegen, wenn man in Berlin mancherorts krachend daran scheitert, denselben simplen Vorgang auch auf Deutsch zu bewerkstelligen. Wie merkwürdig und auch fremd im eigenen Land dürften sich die fühlen, die wie meine Eltern nie Englisch gelernt haben: Sie kommen in ihre Hauptstadt und können sich dort in manchem Restaurant nicht mehr verständigen.

Bedenken Sie doch bitte einmal das Folgende: gerade Sie, als Verfechter einer freien Marktwirtschaft und als zukünftiger Koalitionspartner einer vorgeblich marktliberalen Partei und als Mitglied des Finanzministeriums sollten sich doch vollständig darüber im Klaren sein, dass es für jedes Angebot einen Markt braucht. Und einen Markt gibt es, wenn die Nachfrage stimmt. Daraus kann man ableiten, dass die Nachfrage zu gering ist – auf englisch zu bedienen, reicht offenbar aus. Dies impliziert eine interessante Deutung: es gehen zu wenige Deutsche dort trinken/essen/einkaufen. Woran das liegen könnte, ist nun wieder Interpretationssache. Aber offenbar kommen „die Deutschen“ nicht mehr in die Innenstadt und in die hippen Viertel (was ja schon irgendwie widersinnig ist, weil Sie ja sagten, dass es Sie stört, dass die Deutschen englisch reden… Sie merken vielleicht den Widerspruch). Ich formuliere es um: offenbar kommen die nicht hippen Deutschen offenbar nicht mehr in die Innenstädte. Entweder, weil sie nicht wollen (in diesem Fall wäre Ihre komplette, gesamte Auslassung hier mindestens schon deswegen völlig überflüssig), oder aber, weil sie nicht können. Letzteres könnte durchaus mal hinterfragt werden. Was ist denn, wenn sich die nicht hippen Deutschen oftmals gar nicht mehr leisten können, in die Innenstädte zu gehen um dort zu essen. Was daran liegen könnte, dass sie von ihren Jobs kaum noch leben können. Etwas, wofür Sie als Politiker in Berlin und als Mitgestalter deutscher Lebens- und Arbeitswelten direkt verantwortlich wären. In diesem Fall würden Sie monieren, dass es eine Welt gibt, zu der Menschen keinen Zugang mehr finden, den sie aufgrund Ihrer Politik auch gar nicht mehr anstreben könnten.

Es ist doch absurd: Wir verlangen von Migranten mit Recht, dass sie Deutschkurse absolvieren, um sich zu integrieren. Währenddessen verlegen sich die Großstädte hipsterhaft aufs Englische und schotten sich so von Otto Normalverbraucher ab. In vielen Berliner Kiezen ist so eine bunt schillernde Blase entstanden, in der sich alle betont weltoffen fühlen – dabei wird hier nur eine verschärfte Form des elitär-globalisierten Tourismus gelebt. Alle, die nicht mithalten können bei der Generation easyJet bleiben außen vor. Zum Beispiel diejenigen Deutschen, die des Englischen nicht so mächtig sind. Und kurioserweise auch diejenigen Zuwanderer, die – statt Englisch – mit Mühe die deutsche Sprache erlernt haben.

Ich wiederhole meine Theorie von Angebot und Nachfrage. Aber Ihr Herz für die Zuwanderer kaufe ich Ihnen nicht ab – vielmehr unterstelle ich Ihnen, dass Sie die Zuwanderer hier für Ihre Argumentation missbrauchen. Zumal ich viele Zuwanderer kenne, die sehr viel besseres Englisch sprechen als Deutsch. Ich vermute hier vielmehr rückwärtsgewandte, konservative Reflexhaltung. Ich bin ein großer Fan unserer Sprache, aber die Welt wird sich weiterentwickeln. Und wir retten unsere Sprache nicht, indem wir uns provinziell aufs strikte Deutschreden versteifen. Im Gegenteil wird das Deutsche erhalten bleiben, wenn es sich durch Kreativität und Offenheit einen Platz sichert in einer sich verändernden Welt. Das torpedieren Sie mit Ihrer Haltung.

Um das Phänomen zu durchdringen, ist der Blick in die Geschichte aufschlussreich: Im 18. Jahrhundert wurde an allen europäischen Höfen französisch gesprochen – so zum Beispiel auch am preußischen Hof unter Friedrich dem Großen. Versailles und die französische Kultur galten damals als Maß der Dinge. Die Verwendung der Fremdsprache diente aber auch immer der Distinktion, der bewussten Abgrenzung zu den Unkundigen in den anderen Klassen: Bedienstete, Handwerker und Bauern sprachen kein Französisch. Heute erleben wir in den Biotopen unserer Großstädte eine neue Form dieser höfischen, elitären Kultur. Eine, die die sprachliche Ausgrenzung unter dem Mäntelchen kosmopolitischer Offenheit billigend in Kauf nimmt. In Berlin hat sich so eine völlig neue Form von Parallelgesellschaft entwickelt: Junge Leute aus aller Welt, die unter sich bleiben. Sie bevölkern die coolen Clubs und Restaurants und treffen sich auf den angesagten Vernissagen. Und das nicht nur als Touristen. Viele bleiben für länger, ein Jahr, zwei Jahre, fünf Jahre. Die gemeinsame Sprache in diesen Kreisen, der Kunstwelt, der Start-up-Szene und eben der Szenegastronomie ist Englisch. Viele dieser digitalen Nomaden scheuen die Mühe, die heimische Sprache zu erlernen. Sie wissen ja auch nicht, ob sie ihre Zelte nicht schon nächstes Jahr in Tallinn oder Tel Aviv aufschlagen. Und diejenigen unter ihnen, die tatsächlich tapfer versuchen, im Kontakt mit Einheimischen eine Unterhaltung auf wackligem Deutsch zu beginnen, machen dann garantiert folgende Erfahrung: Der entgegenkommende deutsche Gesprächspartner antwortet automatisch auf Englisch. Oft erzählen mir ausländische Zuwanderer, dass genau das der Grund dafür ist, dass sich ihr Deutsch nie verbessert. Da ist sie wieder, die mangelnde deutsche Selbstverständlichkeit im Umgang mit der eigenen Sprache.

Oder es ist ein Zeichen außergewöhnlicher Gastfreundschaft. Ganz ehrlich, ich ärgere mich oft über Leute in Frankreich, die mich bewusst und süffisant auflaufen lassen, wenn ich etwas bestellen möchte. Mein Französisch ist nicht perfekt. Aber sie könnten mich verstehen – sie wollen aber nicht. Und ehrlich gesagt bin ich sehr froh, dass diese Sprach-Arroganz in Deutschland nicht vorkommt.

Nicht, dass ich falsch verstanden werde: Alle, die nach Deutschland, nach Berlin kommen, um hier zu arbeiten, sind selbstredend herzlich willkommen. Zuwanderung kann unsere Gesellschaft offener und vielfältiger machen, die Neuberliner bereichern in vielen Fällen die Stadt – übrigens auch mit ihrer mitgebrachten Essenskultur in den vielen neu eröffneten Restaurants. Und auch gilt: Die sprachliche Verarmung ist längst kein rein Berliner Phänomen. Überall in Europas Großstädten findet sich eine Gemeinschaft von Touristen und „Expats“, die dort jeweils auf ihresgleichen trifft. Wenn junge Leute heute auf diese Art nach Lissabon reisen, sind die Chancen größer, eine Schwedin oder einen Amerikaner kennenzulernen als tatsächlich einen Portugiesen. Die neue Globetrotter-Szene trifft sich in Clubs, wo die gleiche Musik gespielt wird wie in Belgrad oder Brüssel. Und in Cafés, die exakt so eingerichtet sind wie die angesagten Läden in London oder Łódź. So werden die kulturellen Unterschiede nivelliert. Nationale und regionale Besonderheiten werden nur noch als interessantes Kuriosum am Rande wahrgenommen. Dabei geht uns viel verloren. Europa bedeutet Vielfalt. Rom, Helsinki, Prag, Athen – überall gibt es reiche lokale Traditionen zu entdecken. Wer aber als Besucher im nächsten Starbucks nur auf seinesgleichen trifft, läuft Gefahr, vieles zu verpassen. Und zwar nicht nur in Clubs und Cafés: Ein wichtiger Aspekt der regionalen Kultur ist die Sprache. In ihr spiegeln sich viele kulturelle Nuancen wider. Auch deshalb bedeutet das Erlernen von Fremdsprachen immer eine große Bereicherung. Die allgegenwärtige Verwendung des Englischen dagegen ist das augenfällige Symptom einer bedauerlichen kulturellen Gleichschaltung. Wenn überall auf der Welt nur noch Englisch gesprochen wird, dann ist es am Ende egal, ob ich mich gerade in Sydney, Barcelona, San Francisco oder Moskau aufhalte. Das allgegenwärtige Englisch mag das Leben vereinfachen, negiert aber viele kulturelle Unterschiede, die sich eben auch in Sprache ausdrücken. Und es zeugt von mangelnder Neugierde, sich mit den Eigenheiten des Gastlandes zu beschäftigen und sich darauf einzulassen. Das ist sprachliche und kulturelle Uniformität statt Vielfalt. Ich persönlich habe da einen anderen Anspruch an mich. Selbst wenn ich ein Land nur zwei Wochen lang besuche, versuche ich wenigstens ein paar Brocken aufzuschnappen und anzuwenden. Schon aus Respekt vor meinem Gastland. Daheim aber, sei es im Münsterland oder auch in Berlin, spreche ich tatsächlich auch gerne mal deutsch. Selbst mit anderen Deutschen. Denn auch wenn mein Englisch ganz okay ist – es gibt Nuancen, die ich nur in meiner Muttersprache befriedigend ausdrücken kann. Und ich denke, da bin ich sicher nicht der Einzige.

„Mangelnde Neugierde“ ist in vielen Fällen eine Fehldeutung von „hohe Hürden“. Das sollten Sie dabei auch niemals vergessen. Ich bin übrigens zu hundert Prozent bei Ihnen, wenn Sie von kultureller Vielfalt sprechen und dem Wunsch, diese zu erhalten. Ich habe beim Lesen des letzten Absatzes gedacht, dass Sie vielleicht ein urdeutsches Restaurant in Berlin Mitte eröffnen sollten. Machen Sie es weltbekannt. „Zum Spahn-Ferkel“ wäre ein hipper Name. Und Sie kommunizieren deutlich, dass Ihre Zielgruppe jedermann ist, vielleicht besonders Touristen, dass Sie aber Bestellungen nur auf Deutsch entgegennehmen. Sie könnten Ihre Speisekarten mit Wörterbüchern bereichern. Auf diese Weise könnten Ihre Gäste sich überlegen, wie Sie bestellen und würden dabei unter anderem sogar etwas über die deutsche Sprache lernen.

Ich würde mich deshalb freuen, wenn wir Deutschen zu einem gelasseneren Umgang mit uns selbst und unserer Sprache finden würden.

Sie könnten damit anfangen, indem Sie zu einem gelasseneren Umgang mit neuen Strömungen und neuen Ideen finden würden. ;)

Deutschland gilt als Land der Dichter und Denker. Deutsch, die Sprache von Goethe und Schiller, von Thomas Mann und Herta Müller gehört zu Recht zu den großen Kultursprachen. Wir sollten unsere Sprache hüten und sie sorgsam pflegen, gerade auch im Alltag.

Gehen Sie doch bitte mal in die suburbanen Gebiete deutscher Großstädte. Oder gehen Sie mal auf Facebook in die Kommentarbereiche. Und dann zeigen Sie mir bitte einmal, wo dort die deutsche Sprache gehütet und gepflegt wird. Ich finde es erschreckend, dass ich Ihnen das sagen muss, da Sie doch Politiker in Berlin sind, der (ich sage es noch einmal) die Lebens- und Arbeitswelt der Bürger mitgestaltet. Denn es ist die Bildung, bei und mit der die Behütung und Pflege unserer Sprache anfängt. Und diese ist erwiesenermaßen in den letzten Dekaden sträflich vernachlässigt worden. Schauen Sie mal, wie gut ein durchschnittlicher Schulabgänger die deutsche Sprache beherrscht.
Deutsch wird nicht von diesen Menschen in die Zukunft dieses Planeten getragen. Und ich habe starke Zweifel daran, dass Sie unserer Sprache einen großen Dienst erweisen, indem Sie über die jungen Leute in unseren Großstädten herziehen, die sich einen Platz in einer sich immer stärker globalisierenden Welt sichern möchten.

Und wir sollten es unterstützen, wenn andere versuchen, zu erlernen und anzuwenden. Ein automatisches Umschalten auf Englisch ist eine intellektuelle Plumpheit, die unsere Gäste unterfordert – und nicht zuletzt auch uns selbst. Umgekehrt sollten wir nicht aufhören, uns auf Reisen zumindest ansatzweise mit der Sprache des Gastlandes auseinanderzusetzen. Auch und gerade, wenn man überall mit Englisch ganz gut durchkommt. Ich muss ja nicht gleich den ganzen Dante im Original lesen können. Aber wenn ich ein Glas Wein auf Italienisch bestellen kann, zeige ich Respekt und Aufgeschlossenheit. Und vielleicht mache ich damit sogar ein bisschen Eindruck. Allerdings wohl nur dann, wenn ich auch tatsächlich gerade in Italien bin. Und nicht in Bayern oder Berlin.

Nun, mein Eindruck in Italien war bisher immer, dass es vielmehr zum Amusement des Gastwirtes beiträgt, wenn ich mein Essen auf italienisch bestellt habe – obschon ich es als vollkommen selbstvertändlich betrachte, dies zu tun. Sie bringen hier aber zwei Dinge durcheinander, die Sie nicht durcheinanderbringen sollten. Für mein persönliches Verständnis ist es tatsächlich eine Frage des Respekts, in einem fremden Land möglichst in der Landessprache zu sprechen, wenn ich etwas haben möchte. Ich empfinde es aber ebenso als sehr respektvoll, wenn man mir dort entgegenkommt. Sei es, indem der Italiener fünfe gerade sein lässt, wenn man eine Vokabel verwechselt (er weiß ja offenbar trotzdem, was gemeint war) oder gar vorschlägt, ins englische zu wechseln. Der französische Habitus, selbst ziemlich gut gesprochenes Französisch stirnrunzelnd zu ignorieren, sobald ein deutscher Akzent erkannt wird, ist mir hingegen sehr zuwider. Und wie ich bereits sagte, bin ich sehr froh, dass es das in Deutschland nicht gibt. Ich finde es sehr respektvoll vor den Gästen unseres Landes, wenn wir bereit sind, Ihnen entgegenzukommen beim Versuch einer Verständigung. Das ist auch eine Sache von Kontaktfreudigkeit. Dem steht eine spröde Unbeweglichkeit gegenüber, die ich aus Ihrem Kommentar hier rauslese.
Aber das von Ihnen angesprochene Phänomen ist noch ein ganz anderes. Denn die englisch-sprechende Hipstergemeinschaft hat mit dieser Art Verständigung überhaupt nichts zu tun. Ich würde hier vielmehr vermuten, dass ein Raum gefüllt wurde, der zur Verfügung stand. Und Sie sagen, dass es dieses Phänomen in allen großen und angesagten Städten der Welt gibt, wieso sollte es also in Berlin anders sein? Und in diesem Fall hat es sogar gar nichts mit der deutschen Sprache oder mit den Deutschen zu tun, was Ihre ganze Argumentation auch sehr widersprüchlich macht.
Es ist mir übrigens auch nicht gelunden, herauszulesen, was Sie sich wünschen, wie es besser oder anders sein sollte. Außer Ihrem Appell, einem Gast nicht mehr auf englisch zu antworten.

Schulz fordert deutlichere Reaktion Merkels auf Erdogan

Gepostet by on Mrz 10, 2017 in Politik | Keine Kommentare

+++ Erdogan wirft Deutschland Nazi-Methoden vor. +++
+++ Merkel sagt, so etwas könne man im Grunde gar nicht kommentieren. +++
+++ Schulz fordert nun deutlichere Worte von Merkel… +++

Mja, die Geschichte hat zwei Seiten. Ich bin mir da tatsächlich selbst nicht ganz sicher, was jetzt wirklich richtig ist. Denn: don’t feed the troll. Die Äußerungen von Erdogan sind so haarsträubend dumm, dass man – wie Merkel schon ganz richtig gesagt hat – auf sowas eigentlich gar nicht reagieren KANN. Diese türkische Witzfigur hat sich schon vor vielen Jahren mit Anlauf ins Abseits gestellt, indem er der Welt seine brachiale Beschränktheit demonstriert hat. ABER(!) dieser jämmerliche Troll ist blöderweise bald Imperator eines sehr großen, und (noch) sehr einflussreichen Landes – und zwar nicht nur geopolitisch, sondern auch kulturell. Und an dieser Stelle endet die Sinnhaftigkeit das ansonsten einzig richtigen Verhaltens gegenüber einem peinlichen Schreihals, der nur will, dass man ihn endlich beachtet – die Nichtbeachtung. Denn mit Nichtbeachtung überlässt man ihm den Raum, den er mit seinen unverschämten Worten zuvor unberechtigterweise eingenommen hat. Leider hat Erdogan offenbar niemals das frühpubertäre Stadium seiner charakterlichen Entwicklung überwunden, weil er sich aufführt, wie ein pöbelndes Arschloch in irgendeinem verkommenen Hinterhof. Die Frage ist, welche Reaktion man hier idealerweise wählt. Wie gesagt, normalerweise würde ich Merkel (in diesem Fall!) vollkommen zustimmen – normalerweise muss man auf so eine hochnotpeinliche Selbstoffenbarung gar nicht reagieren. Der Schreihals Erdogan sollte mit Verwunderung und vielleicht Mitleid bedacht werden – der Staatschef Erdogan aber braucht ganz dringend eine eiskalte Dusche. Und das ist es, was Merkel nicht kann. Das ist es, was Martin Schulz (denke ich) meint.

Ein Neoliberalismus-Soldat kriegt sein Fett weg

Gepostet by on Jan 14, 2017 in Ausraster, Evolution, Gesellschaft, Intelligenz, Kapitalismus, Politik | Keine Kommentare

Oh mein Gott. Werden Sie von der INSM-Verbrecherbande bezahlt für den widerlichen Scheiß, den sie hier schreiben? Das Loblied des Neoliberalismus – „jeder in der Gesellschaft hat die gleichen Chancen“. Das ist nicht nur arrogant, sondern auch einfach schlicht falsch. Bildung gibt’s für Kinder reicher (oder reicherER) Eltern. Sozialer Aufstieg aus der Armut heraus ist die AB-SO-LUTE Ausnahme. Kinder aus sozialen Brennpunkten waren vermutlich auf schlechten Schulen, das Lernen ist untergegangen in sozialen Problemen. Dann gibt’s kein Abi und auch keine Grundlage für ein nachgemachtes Abi. Es bleiben nur noch die schlecht bezahlten Jobs und das arrogante Gelaber von so verkommenen Narzissten wie Ihnen, dass man selbst Schuld sei. Und solange es so völlig empathielose Figuren wie Sie gibt, die dieses menschenverachtende System der falschen Versprechungen verteidigten, weil sie sich selbst als Gewinner und als Macher fühlen, solange tritt unsere Gesellschaft auf der Stelle.
Fortschritt wäre es hingegen, wenn die Gesellschaft lernt und versteht (das bedeutet: jeder Einzelne!), dass Menschen verschieden sind. Dass Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen diese Welt betreten und, dass sie deswegen nicht unterschiedlich viel wert sind. Hohe Intelligenz, geringe Intelligenz. Viel Disziplin, wenig Disziplin. Viel Kraft, wenig Kraft. Viel Empathie, wenig Empathie. Diese Faktoren und noch viele weitere bestimmen mit den Lebensweg. Und einen sensiblen Menschen für einen krummen Lebensweg zu verurteilen, weil er beispielsweise dem Druck des Haifischbeckens in so mancher Branche nicht standhalten konnte und krank wurde und ihm zu sagen, er wäre selbst schuld, ist einfach nur widerlich und sagt leider sehr viel über Sie selbst und auch Ihr Bild von sich selbst aus.
Könnten Sie sich noch im Spiegel ansehen, wenn Sie selbst plötzlich krankwerden und nichts mehr leisten könnten? Konsequenterweise ja nicht, weil in ihrem Weltbild nur der Mensch etwas wert ist, der leistet.
Ich sehe mit an, wo Menschen im Laufe ihres Lebens mit dieser Einstellung und auch mit diesem Selbstverständnis landen. Und ich wünsche Ihnen ganz ehrlich, dass sie diese Lektion nicht am eigenen Leib erfahren müssen.
Ich gebe Ihnen aber den Tipp: diese Welt- und Selbstsicht ist DERmaßen von vorgestern, dass ich Ihnen ernsthaft ans Herz legen möchte, einmal über das Thema Selbstwert nachzudenken und sich in etwas mehr Güte (auch und vor allem sich selbst gegenüber) zu üben. Je mehr Menschen das tun, desto weniger neoliberale Kälte wird es geben.

Ein Gedanke zum Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE)

Gepostet by on Nov 22, 2016 in Evolution, Gesellschaft, Hintergrund, Kapitalismus, Philosophisches, Politik, Zukunftsvorhersage | Keine Kommentare

Die Idee des Grundeinkommens ist ja auch eine Art Aufrechterhaltung unseres wirtschaftlichen Systems. Denn eine Mehrheit arbeits- und erwerbsloser Menschen kann sich eine auf Kapitalismus aufgebaute Gesellschaft nicht leisten – das würde unweigerlich zu Bürgerkriegen führen. So gesehen wird das BGE mit Sicherheit bald zum Lieblingsprojekt konservativer, neoliberaler Kräfte – denn alles andere würde das Ende ihres Gesellschaftsmodells bedeuten. Und ich denke, dass sie das wissen.

Reden rettet keine Menschenleben

Gepostet by on Jul 23, 2016 in Gesellschaft, Philosophisches | Keine Kommentare

Man sagt, vom Reden werden keine Menschenleben gerettet. Das stimmt leider. Bei der Frage, was der Einzelne, was ICH tun kann, bin ich schon sehr oft völlig verzweifelt an viele Grenzen gestoßen. Wir sind als Mitglieder der westlichen Welt so eng verzahnt mit den Mechanismen dieser westlichen Welt, dass es kaum möglich ist, wirklich etwas zu verändern. Aber es gibt viele kleine Dinge, die man tun kann. Und das ist zum Beispiel auch das Konsumverhalten. Wenn man Kaffee kauft, sollte man auf Fair Trade achten (abgesehen davon, dass es wahnwitzig ist, dass ein Kilo Fair Trade Kaffee oft viel günstiger ist, als die gleiche Menge diese widerlichen Umwelt-Vermüllungs-Kapseln mit Kaffee zweifelhafter Herkunft drin), oder nicht mehr bei so Verbrechern wie Primark einkaufen. An dieser Stelle höre ich oft das Argument „Ja, aber das kann man sich ja gar nicht mehr leisten heutzutage“. Stimmt, und das ist ja auch so gewollt. An dieser Stelle entgegne ich dann zwei Dinge: Erstens „ja, dann überlege bei der nächsten Wahl mal GANZ genau, wen du wählst!“ und zweitens: „was ist dir persönlich denn wichtiger? Anständiges Konsumverhalten – dafür nur zwei T-Shirts im Schrank und vielleicht etwas komisch rüberkommen – oder auf Kinderarbeit scheißen und dafür den coolsten Scheiß tragen und bei allen anderen gut ankommen?“ Wir haben ein so widerlich verdrehtes Realitätsverständnis, dass es wirklich schwierig ist, sich überhaupt noch richtig orientieren zu können.
Eine weitere wirklich abartige Blüte ist dieses unsägliche E10-Benzin. Abgesehen davon, dass der Motor viel mehr davon braucht um die selbe Leistung zu erbringen als wenn man ihn einfach weiter mit Super95 tankt (Preis/Leistung ist also schlechter! – merkt Otto-Normal-Tanker aber nicht, weil er kaum Statistiken über sein Tankverhalten führt), werden dafür viele zigtausend Hektar Land, was sonst für Nahrung genutzt würde, für Benzin verwendet. Während Millionen Menschen hungern. Das ist so abartig, dass mir da wirklich die Worte fehlen. Und in solchen Momenten hasse ich die Menschheit und ihren ungezügelten Egoismus.
Wie gesagt, wir können nicht viel machen, wenn wir nicht gerade komplett aus dem System aussteigen. Aus einem System, das neben all der Finsternis ja auch viele Vorteile bietet wie zum Beispiel die Gesundheits- und die Sozialversorgung. Zwei beispiellose Errungenschaften moderner Zivilisation. Deswegen möchte ich unsere westliche Kultur nicht in Gänze verteufeln. Nur ihre in weiten Teilen angenommene Maßlosigkeit. Und dieser Maßlosigkeit können wir uns widersetzen. In kleinen Schritten. In kleinen Dingen. Und wenn ich an dieser Stelle das Argument höre „Ja, aber wenn das nur ein paar machen bringt es überhaupt nichts.“, antworte ich „Stimmt, wenn es nur ein paar machen, bringt es überhaupt nichts. Aber wenn ein paar damit anfangen, sehen andere, dass ein paar damit angefangen haben und machen vielleicht mit. Unterschätze niemals die große Macht des Vorbilds. Außerdem, worum geht es dir denn wirklich? Um Wirkung? Oder vielleicht darum, ob du dich im Spiegel ansehen kannst?“

Der Service-Dienstleister O2 DE

Gepostet by on Jul 12, 2016 in Ausraster, Digital, Kapitalismus, Service, Technik | Keine Kommentare

Ich war damals vor einer Ewigkeit einer der ersten Kunden dieser Firma, nachdem sie Viag übernommen hatte. Die Tinte der Marke war noch nicht trocken, da habe ich schon mit Post-Paid über O2 telefoniert und war sehr lange Zeit sehr zufrieden mit diesem damals wirklich zuvorkommenden, mitdenkenden, engagierten Dienstleister. Mich hatte der schnoddrige und maßlos arrogante Umgang mit Kunden bei der Telekom bzw. bei T-Mobile damals dazu veranlasst, den Anbieter zu wechseln.

Seitdem ist viel passiert. Und es geht wohl weiter abwärts.

Ich verweise an dieser Stelle noch schnell auf einen weiteren Beitrag von mir zu O2 vor einiger Zeit, stelle den Link aber ans Ende, weil ich hier noch einiges zu sagen habe vorher. Denn in meinem direkten Umkreis hat O2 gleich mehrere teils heftige „Baustellen“ verursacht. Eine der krassesten ist wohl die Geschichte mit dem nicht funktionierenden DSL- und Telefonanschluss und dem damit verbundenen unfassbaren Gebaren von Mitarbeitern im O2-Shop in Düsseldorf. Auch hierzu schrieb ich erst kürzlich einen Beitrag (Link ebenfalls am Ende). „Meine“ Baustelle aber ist auch nicht zu verachten und hat auch mit einem DSL- und Telefonanschluss zu tun:

Nach meinem Umzug vor knapp zwei Jahren habe ich unmittelbar nach Einzug bei O2 einen Festnetz-Anschluss beantragt. Ich war natürlich nicht davon ausgegangen, dass das dann ganz schnell geht. Aber alle Anbieter werfen ja für Neukunden mit ihren Surfsticks nur so um sich – also war dieser eher „späte“ Antrag kein Problem für mich. Die Auftragsbestätigung flatterte auch alsbald ins Haus mitsamt allem Blabla, wie froh man sei mich als Kunden gewonnen zu haben. Dann allerdings passierte erst einmal eine Weile überhaupt nichts. Es kam kein Termin zur Freischaltung, kein Termin für einen Techniker und auch sonst keine Info. Gähnende Leere. Nach einiger Zeit (ich weiß nicht mehr, wie lange ich gewartet habe) habe ich mich dann mal an die Hotline gewendet mit der Frage, wie es denn nun mit meinem Festnetz aussieht. Und da konnte mir der Mitarbeiter an der Hotline auch nicht weiterhelfen. Er sähe nur, dass der Auftrag erteilt sei, aber nicht, woran es denn nun liege, dass er nicht ausgeführt werde. Denn eines war klar, der Auftrag stand ganz klar in einer Art „Warte“-Status.

Nach wiederum einer ganzen Weile kam dann von O2 ein Brief mit der Info, dass der Telefonanschluss in meiner Wohnung erst nach weiteren vier Monaten frei wird. Bis dahin sei er belegt vom vorherigen Anbieter und könne auch nicht freigegeben werden. Nach einigen Tagen wilder Telefoniererei und Rennerei mit und zur Telekom (der vorherige Anbieter) musste ich einsehen, dass es alles nichts bringt. Die Telekom will den Anschluss nicht freigeben (sogar dann nicht, wenn ich meinen Festnetz-Anschluss BEI DER TELEKOM beantragen würde). Und O2 hätte da nun überhaupt gar keine Möglichkeit, irgendetwas zu machen – man könne mir nicht helfen. Ich habe dann an der Hotline dem O2 Mitarbeiter gesagt, dass ich den Anschluss aber jetzt brauche und nicht erst in vier Monaten. Und wenn ich ihn jetzt nicht kriegen kann, dann möchte ich ihn auch nicht. (Ja, ich weiß!)

Ich habe mich daraufhin zeitnah bei Unitymedia gemeldet. Denn der Kabelanschluss war NICHT vom Vormieter noch belegt. Binnen kürzester Zeit hatte ich Internet. Dreimal so schnell, halb so teuer.

Die Monate zogen ins Land. Und nach dreieinhalb davon bekam ich dann plötzlich Post von O2. Man teilte mir freudig mit, dass mein Festnetz-Anschluss ja bald frei und verfügbar sei und man mir dann ab genanntem Stichtag meinen DSL- und Telefonanschluss freischalten könne. Die Hardware würde demnächst folgen.

Ich hatte das im ersten Moment tatsächlich für eine Art sehr absurden Scherz gehalten oder für einen internen Irrtum. Denn ich wollte den Anschluss ja schließlich nicht mehr und habe das auch gesagt damals. (Jaaaa, ich weiß!) Aber O2 ließ sich nicht beirren und nachdem der Ton etwas rauer geworden war – ich hatte einfach mit Nachdruck und sehr deutlich gesagt, dass ich nach vier Monaten diesen Anschluss auch nicht mehr brauche und auch nicht haben möchte und es eine Unverschämtheit finde, nach dieser langen Zeit überhaupt noch auf mich zurückzukommen, teilte man mir mit, dass ich schließlich damals nach Bestellung des Anschlusses zum Zeitpunkt meines Einzugs zwei Wochen Widerrufsfrist hatte, die ich fruchtlos habe verstreichen lassen. Das wirklich lustige daran ist (haha™), dass ich innerhalb dieser zwei Wochen noch gar nicht WUSSTE, dass ich den Anschluss erst nach vier Monaten würde haben können. Und das habe ich auch mehrfach versucht, verschiedenen Mitarbeitern bei O2 klarzumachen. Aber der Service-Dienstleister ließ nicht mit sich reden und ließ sich auch nicht von dem lächerlichen Umstand überzeugen, dass ich seit Anbeginn des Unternehmens Kunde bei ihnen bin und nebenbei mindestens sechs weitere Kunden für das Unternehmen geworben habe. Die Widerrufsfrist sei maßgeblich, die habe ich verstreichen lassen, damit könne man mir leider nicht helfen. Bam.

Thema durch für den Laden. Und seitdem liegt hier ein Anschluss – ein ZWEITER Internetanschluss – den ich nicht nutze. Den ich aber fleißig bezahle. Läuft bei O2. An dieser Stelle sei der Hinweis auf den anderen Fall gestattet, bei dem O2 seit Monaten komplett(!) keine Leistung mehr bringt. Aber das Geld für diesen Anschluss einstreichen können sie. Und das Geld ist nun auch bei mir der Punkt. Gegen Monatsende (wieso bucht O2 am Monatsende ab?!?) ging eine – EINE – Abbuchung zurück. Der Betrag ist längst wieder komplett ausgeglichen, da flattert mir eine außerordentliche Kündigung ins Haus mit der Info, dass mit der Restforderung nun ein internes Inkasso-Unternehmen betraut werde. Ich bin ja mal wirklich gespannt, wie O2 gerade letztgenannten Schritt begründet bei ausgeglichenem Vertragskontostand. Dieser Laden ist so endlos verstrahlt, dass mir wirklich die Worte fehlen. Und im Grunde kommt mir O2 damit ja sogar nur zuvor, weil ich den Vertrag ohnehin gekündigt hätte zum Ende der Laufzeit. Und auf diese Weise kann O2 jetzt noch ein bisschen Extrakosten bei mir einstreichen durch die Beauftragung des INTERNEN Inkasso-Unternehmens. Und ich überlege ganz ehrlich, ob es mir das wert ist und ich diese ganze Scheiße einem Anwalt übergebe. Ich hab‘ von diesem Saftladen und diesem restlos anmaßenden und arroganten Umgang mit den Kunden dermaßen die Schnauze voll… es ist sogar noch viel schlimmer, als mit T-Mobile damals. Und da hatte ich schon gedacht, dass das wohl kaum möglich wäre.

Anbei noch die Links zu erwähnten Beiträgen und eine ernste Warnung an alle, die das lesen: überlegt euch dreimal, ob ihr euch dieser Klitsche an den Hals werfen wollt. Es gibt auch andere Anbieter mit schönen Tarifen und besserer Musik in der Werbung.
Der nicht funktionierende Festnetz-Anschluss und der arroganteste Shop-Mitarbeiter des Jahrhunderts: O2 scheißt auf seine Kunden
Das myHandy-Konto-Hotline-Sim-Karten-Debakel: Ein „Tag“ mit der Kundenbetreuung von O2

Kleiner Ausraster zum Mindestlohn

Gepostet by on Jun 28, 2016 in Ausraster, Evolution, Gesellschaft, Hintergrund, Kapitalismus, Medien, Politik | Keine Kommentare

Einem arbeitenden Menschen in einem der reichsten Länder der Welt 8,84 Euro BRUTTO pro Stunde zu zahlen ist so jämmerlich, dass ich keine passenden Worte mehr dafür finde. Während sich ein Vorstand trotz eigener eklatanter Fehlleistung mit dem von seinen Arbeitern erwirtschafteten Geld noch selbst millionenfach Zucker in den Arsch bläst. Ehrlich, ich frage mich, wieso wir hier noch keinen Bürgerkrieg haben und was sich die Menschen noch alles gefallen lassen, bis es soweit ist. Und einen Mindestlohn von 8,50 und dann ab nächstem Jahr 8,84 zu feiern wie eine hohe zivilisatorische Errungenschaft ist ein absolutes Armutszeugnis unserer Gesellschaft und unserem Umgang mit Gerechtigkeit, Geld und Respekt. Echt, ich komme aus dem Kotzen nicht mehr raus.

Süddeutsche: Mindestlohn steigt auf 8,84 Euro

O2 scheißt auf seine Kunden

Gepostet by on Jun 27, 2016 in Digital, Dilettantismus, Technik | Keine Kommentare

Also was uns heute im O2-Shop in Düsseldorf unweit des AppleStore wiederfahren ist, spottet wirklich jeder Beschreibung. Da frage ich mich ernsthaft, ob die Gestalten, die O2 da hinstellt jemals eine Schulung in Kundenkontakt hatten. Es fängt damit an, dass wir uns im Grunde für eine Vertragsumstellung interessierten. Eines bestehenden O2-Vertrags. Der Vertrag ist sehr alt und läuft schon in der zweiten Verlängerung. Aber irgendeine Art von „Dankeschön“ für langjährige Kunden darf man von O2 meiner Erfahrung und der meines Umfeldes nach ohnehin nicht erwarten. Davon abgesehen begann das Gespräch damit, dass der „Berater“ mal in den Vertrag reinschauen wollte. Hat er gemacht. Und seine Antwort auf das Gesuch „Umstellung des Vertrags auf einen neuen Vertrag“ kam als Antwort nur(!), „Oh, sie haben da ja noch eine Daten-SIM-Karte aktiv“.
Dahinter steckt, dass dem Vertrag wegen teils tagelangen Ausfalls des Festnetzes (übrigens auch O2 und inzwischen geht es seit Wochen GAR nicht mehr!) Anfang des Jahres ein Mitarbeiter an der Hotline als Lösung dieses Service-Ausfalls im Festnetz vorschlug, dem Mobilfunkvertrag eine zweite SIM-Karte für die Datennutzung sowie ein Huawei-Tablet hinzuzufügen – und wenn es nicht gefalle, sollte es einfach wieder zurückgeschickt werden. Das hat sich die Vertragsinhaberin praktisch aufschwatzen lassen. Das Tablet hat sie nach wenigen Tagen wieder zurückgeschickt (weil es seitens O2 am Wohnort auch null(!) Netzabdeckung gibt und das Tablet keinerlei Erwartungen entsprechen konnte). Die versprochene SIM-Karte kam allerdings nie an. Weil die SIM-Karte niemals kam, dachte die Vertragsinhaberin, das Thema sei erledigt. Und so stellte sich dann heute im O2-Shop heraus, dass die SIM-Karte sehr wohl aktiv ist und wohl auch genutzt wird. Nur eben nicht von ihr. Und dass dafür jeden Monat der Mobilfunkrechnung 10 Euro zusätzlich aufgeschlagen werden. Und auf die zugegebenermaßen etwas entrüstete Antwort der Vertragsinhaberin, sie habe das Tablet schließlich zurückgeschickt – wie vom Mitarbeiter an der Hotline ja vorgeschlagen – entgegnete dann der Mitarbeiter im Shop heute in einem arroganten Ton, dass ich keine Worte dafür finde „Ja, einfach zurückschicken geht ja auch nicht. Sie müssen das schon kündigen.“ Woraufhin die Vertragsinhaberin meinte, wie sollte sie denn eine SIM-Karte kündigen, die sie nie erhalten hat. Außerdem stellte der Mitarbeiter zwischen den Zeilen immer wieder die Aussage der Vertragsinhaberin in Frage, die SIM-Karte nicht erhalten zu haben. Mit anderen Worten unterstellte er ihr zu lügen. Die Vertragsinhaberin stellte schließlich fest, dass sie dafür jetzt seit Anfang des Jahres zahlt sei auch die Härte, weil sie es schließlich überhaupt nicht nutzt. Und daraufhin meinte der Shop-Mitarbeiter dann allen Ernstes – ebenfalls in einem Tonfall, dass ich es als Daneben-Stehender nicht fassen konnte: „Wieso haben Sie es denn dann bestellt, wenn sie es gar nicht brauchen?“. Mit einem Blick als spräche er mit einem völlig begriffsstutzigen Kind.
Ich fand diesen Ausfall so unverschämt, dass ich daraufhin meinte, wir sollten vielleicht woanders hingehen.
Und daraufhin meinte dann die Kollegin im Shop mit einem abschätzenden Blick und Tonfall „Ja, das ist auch besser so!“.
Es folgte ein kurzes Wortgefecht, weil ich diesen letzten Satz so dermaßen unangebracht fand und die Kommentare des Mitarbeiters zuvor arrogant und anmaßend. Es wurde dann wieder Lüge unterstellt und wir haben den Shop daraufhin verlassen. Und ich komme damit zu dem Schluss, dass O2 kein allzu ernstes Interesse an langjährigen Kunden hat. Und nach all meinen – teils persönlichen – Erfahrunge mit diesem Saftladen (andere Worte kann ich gerade nicht mehr finden) laufen meine Verträge dort wohl jetzt aus.

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