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Gepostet by on Jan 3, 2012 in Gesellschaft, Hintergrund, Kapitalismus, Medien, Politik, Recht | Keine Kommentare

Rechtsprechung im Land der Freiheit

Rechtsprechung im Land der Freiheit

Es ist schon ein seltsames Schauspiel. Das Land, das sich weltweit immer so lauthals und oft schreiend ungefragt als moralisch-mahnende Instanz von Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit profiliert, bietet gerade eben jener Welt einen bizarren Beweis seiner inneren Widerlichkeit.
Da begeht die eigene Armee auf einem Feldzug, der nebenbei nach außen hin getarnt war als Verteidigungsmaßnahme, ein ungeheuerliches Kriegsverbrechen. Eines, dessen Beweis noch heute durchs Internet geistert, völlig egal, wie sorgfältig dieses Land versucht, diese Beweise aus dem Netz zu tilgen. Den Beweis zu sichten ist dermaßen abscheulich, dass ich nach einiger Zeit abbrechen musste. Publik geworden ist dieser Beweis, und somit der gesamte Vorfall – der eigentlich laut Plan der Verantwortlichen dieses Landes bis ans Ende aller Zeit totgeschwiegen werden sollte – durch einen tapferen, selbstlosen jungen Mann, der den Streitkräften jenes Landes angehört hatte. Er war so mutig und selbstlos – wohl wissend, welche Konsequenzen ihm wohl drohen würden – diesen Beweis mittels Wikileaks der Öffentlichkeit zuzuspielen.
Was macht aber das beschuldigte Land? Es verurteilt den jungen Mann wegen Hochverrats. Kriegsverbrechen begangen? Kein Thema. Angriffskrieg um Rohstoffe geführt nach einem selbst fingierten, als Rechtfertigung dienenden Terroranschlag? Nicht wichtig. Journalisten und Kinder niedergemetzelt und dabei gelacht? Unerheblich. Dabei erwischt worden? Hochverrat.
Na, herzlichen Glückwunsch.

Hillary Clinton sagte vor einigen Monaten einen sehr denkwürdigen Satz. Sie wolle nicht länger Außenministerin dieses Landes sein. Zumal sie als solche ohnehin keinerlei Einfluss habe auf die Außenpolitik oder irgendwelche Entscheidungen, die damit zu tun haben. Die träfen sowieso ganz Andere. Eine bemerkenswerte Aussage. Dass sie sich aber noch immer als Gallionsfigur des Öl-Syndikats und des amerikanischen Geldadels hergibt, macht es nicht besser. Dieses Land und auch der Rest der Welt bräuchten dringend noch einmal einen so mutigen Politiker wie J.F. Kennedy, der ja seinen Mut und seine Bereitschaft, zu eben jenem System im Hintergrund auf Konfrontationskurs zu gehen, nicht überlebt hat.

An dieser Stelle ist es Zeit, den Rammstein-Hit auszupacken… America, Ameeerica

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