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Gepostet by on Dez 2, 2008 in Gesellschaft, Intelligenz, Kapitalismus | Keine Kommentare

Pelze auf dem Weihnachtsmarkt

Pelze auf dem Weihnachtsmarkt

Montag, 01.12.2008 Wir befinden uns auf dem Weihnachtsmarkt. Maike und ich. Gerade haben wir gemütlich ein Gläschen Glühwein getrunken und ein paar gebrannte Mandeln verdrückt. Aber die Guten, wo noch ganze Mandeln drin sind und der Zucker rings herum noch nicht 90% der gesamten Masse ausmacht.
Wir gehen nun also weiter und wechseln den Standort. Vom Weihnachtsmarkt am Düsseldorfer Rathaus geht’s weiter Richtung Schadowplatz. Beim Schlendern und Bewundern der immensen Preise für billig und schlecht zusammengeklebten Weihnachtsquatsch aus Holz und Plastik, vereinzelt auch noch aus Keramik, fällt Maikes Blick auf einen Stand, der nur Pelze verkauft. Mannshoch hängt gleich am Eingang ein Pelz ohne jedwedes Schild von der Decke. Keine Ahnung, was es ist. Keine Ahnung, was es kostet. Aber interessieren tut es uns schon. Wir würden halt gerne mal wissen, was man für so ein Stück totes Tier bekommt. Gedacht, getan. Wir betreten nun also den Stand. Ich in Jeans und mit meiner New-Yorker-Kaputzenjacke, Maike mit ihrem grünen Mantel von C&A. Die öhm… Verkäuferin? (Oder ist es ein Drache:?:) schaut uns an, als hätten wir an jedem Kleidungsstück ein Preisschild hängen, auf dem maximal 4,95€ steht. Naja, wir fragen also, was dieses Stück Fell denn nun kosten soll. Trocken, kalt und eine gute Spur arrogant kommt es aus ihrem Mund. Satte 1.300€ soll das Ding kosten. „Oha!“ „Ui!“ Das ist schon was, ertönt es von uns beiden. Es dauert fünf Sekunden und es kommt in einem Ton aus der Richtung des Drachen (Jetzt bin ich mir ziemlich sicher, dass sie nicht nur ein Drache, sondern auch noch ein über alle Maßen überheblicher Drache ist) … in einem Ton, dass ich beinahe über das Stück Fell gekotzt hätte, weil mich diese Energie so abgrundtief anekelte, dass sich mir fast der Magen umgedreht hätte… aufjedenfall, kommt es in diesem abartigen Ton: „Was habt ihr denn gedacht? 50 Euro vielleicht?“
„Öhm, ich hatte gar keine Preisvorstellung, deswegen habe ich gefragt.“
Und dieses menschliche Brechmittel, wollte wohl unbedingt diesen Pelz verkaufen! Ich kann mir anders nämlich nicht erklären, warum sie einfach noch weiter redete und immer weiter versuchte, mich dazu zu bringen meinen Glühwein, gemischt mit den gebrannten Mandeln, wieder zu Tage zu fördern. Denn irgendeinen Pelz hätte ich in diesem Stand bestimmt getroffen. Was dieses überirdisch eingebildete Wesen mit eingebautem „Besser als andere“-Gütesigel noch von sich gab, bezüglich Pelze und Nerze, war einfach nur erbärmlich.
Ich sagte dann mal „danke“ und ging.
Aber hier in Düsseldorf stehen ihre Chancen nicht schlecht auf Gleichgesinnte zu stoßen. Nur möchte ich dann nicht dabei sein, denn DANN könnte ich bestimmt nicht, was auch immer ich bis dahin gegessen oder getrunken habe, bei mir behalten!

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