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Gepostet by on Feb 4, 2013 in Evolution, Fav, Gesellschaft, Hintergrund, Intelligenz, Medien, Philosophisches | Keine Kommentare

Die Sexismus-Debatte

Die Sexismus-Debatte

Mich stört bei der aktuellen Sexismus-Debatte, dass das Thema plötzlich so schrecklich einseitig betrachtet und in den Median darniedergewalzt wird. Gleich vorweg: als Mann färbe ich den Grundtenor dieses Beitrages natürlich auch unbeabsichtigt ein klein wenig „männlich“ bzw. gebe Bedenken aus meiner männlichen Sicht – trotzdem versuche ich mich diesmal ein bisschen in Objektivität.
Ich bekomme den Eindruck, dass derzeit ganz Deutschland vom Allgemeinbild des „grenzverletzenden Mannes“ redet. Der typische Mann – im Stereotyp meist eher nicht so attraktiv – der Grenzen verletzt bzw. überschreitet. Opfer ist die vollkommen unschuldige Frau. Soviel zu meiner Wahrnehmung.
Ich möchte in diesem Fall einiges zu bedenken geben. Es ist dem Menschen – in diesem Fall besonders dem Mann – seit Urzeiten ins Gen gelegt, dass der Hauptsinn des Lebens darin besteht, für Nachwuchs zu sorgen. Die Biologie bzw. die Evolution waren dabei dermaßen geschickt, dass sie einen Mechanismus entwickelt haben, der dafür sorgt, dass mit der Fortpflanzung – und sogar schon mit der Aussicht darauf – der gefühlte Selbstwert des Mannes als Mann steigt. Es gibt wohl – außer dem Überlebensinstinkt – kaum einen stärkeren Drang als diesen (ein Hinweis auf diesen Umstand ist unter Anderem die Tatsache, dass Vergewaltigungen fast ausschließlich von Männern ausgehen. Ein innerer Trieb, der die Selbstkontrolle außer Kraft setzen kann, IST unglaublich stark!).
Ich möchte hier mitnichten auch nur den allergeringsten Eindruck entstehen lassen, ich würde solcherlei Geschehnisse verteidigen – ein Gewaltakt ist weder zu entschuldigen noch sonstwie zu rechtfertigen. Ich möchte vielmehr auf etwas sehr wichtiges hinaus.
Es gibt eine recht bekannte und verbreitete Glaubenslehre auf dieser Welt, die vor langer Zeit das zerstörerische und brutale Potential des Monsters „sexhungriger Mann“ vermeintlich „erkannte“ als Reaktion auf Verlockungen. Fortan wurde den Frauen auferlegt, sich zu verhüllen. Das ist eine Methode, diesen – eigentlich natürlichen – Mechanismus zu unterbrechen.
Man bedenke das Sprichwort, dass die Frauen die eigentliche Macht haben. Und eine Frau kann Macht auf einen Mann ausüben. Man widerspreche mir, falls ich mich irre, wenn ich behaupte: wenn eine beliebige Frau einen beliebigen Mann haben will, ist ihre Aussicht auf Erfolg rein statistisch signifikant größer als im umgekehrten Fall. Sind Männer nicht so wählerisch? Oder sind Männer grundsätzlich… nun… „bedürftiger“? Ich behaupte, dass evolutionsmäßig der Drang nach dem Akt beim Mann einfach wesentlich stärker ist – das ist eben die naturgegebene Rollenverteilung. Die Frau hat ganz andere Themen und Verlangen in diesem Zusammenhang. Was alles evolutionsmäßig zu erklären ist.
Worauf will ich hinaus? Der „sexistische Mann“ hat sich vermutlich kaum eines Tages hingesetzt und beschlossen „so, ab jetzt verhalte ich mich Frauen gegenüber grenzverletzend und/oder anstößig“. Ich denke sogar, dass den meisten Männern das auch gar nicht so bewusst ist. Im Gegenteil – je bewusster ein Mensch, ein Mann in diesem Fall, sich seiner selbst und seiner Handlungen ist, desto eher ist er in der Lage, sich und seine Handlungen zu beurteilen und zu beeinflussen. Es ist nun einmal in unserer Natur so vorgesehen, dass wir als Männer die Frauen jagen. Und wenn eine Frau Signale sendet – was bewusst wie unbewusst geschehen kann – dann aktiviert sie damit das Jagd-Programm beim Mann.
Man könnte meine Ausführungen dahingehend interpretieren, dass ich verklausuliert sage: „Frauen, die kurze Röcke und tiefe Ausschnitte tragen, sind selbst Schuld, wenn sie angebaggert werden.“ Ist natürlich Unfug. Zumal es tausend – wenn nicht mehr – Aspekte und Merkmale gibt, die eine Frau attraktiv machen. Sicher senden kurze Röcke und tiefe Ausschnitte Signale – und als Mann ist es dann sicher schwer, diesem Reiz gleichgültig zu begegnen. Allerdings ist auch dies niemals eine Entschuldigung für Respektlosigkeit. Das ist nämlich meiner Ansicht nach das eigentliche Problem hinter der ganzen Debatte. Es geht um den Respekt. Und den bzw. die andere zu respektieren bedeutet dabei eben auch, dass den Frauen einfach bewusst sein sollte, dass wir Männer euch Frauen einfach unwiderstehlich finden (ich klammere Ausnahmen jetzt hier einmal der Einfachheit halber aus). Und wenn Frauen diese Tatsache respektieren, sie die Männer respektieren, denen sie den Kopf verdrehen, dann wird dieser Debatte schon sehr viel Feindseligkeit genommen. Und Aufgabe der Männer ist es, die Frauen zu respektieren. Das ist eine große soziale Herausforderung – erforderlich durch die immensen sozialstrukturellen Veränderungen unserer, biologisch gesehen, unglaublich jungen Form des zivilisierten Zusammenlebens.

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