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Gepostet by on Mrz 24, 2009 in Allgemein, Ausraster, Fav, Gesellschaft, Hintergrund, Intelligenz, Kapitalismus, Medien, Politik, Recht | Keine Kommentare

Amok, Steinbrück vs Schweiz, Kölner Stadtarchiv, Opel, ein Eintopf

Amok, Steinbrück vs Schweiz, Kölner Stadtarchiv, Opel, ein Eintopf

So, also langsam reichts mir. Was einem in den letzten Wochen hier auf dieser Welt um die Ohren fliegt ist ja wirklich nicht mehr lustig. Ich weiß derzeit nicht recht, wo ich anfangen soll, was unwichtiger ist und wie ich es aufteilen soll. Daher werde ich alles zusammenwerfen und nun einen widerlichen Eintopf präsentieren:

Heute mit dabei:

+++ Amoklauf und die Medien +++

+++ Steinbrück vs. Schweiz: Du bist doofer +++

+++ Das Kölner Stadtarchiv – De Klüngel +++ sowie

+++ Opel-Rettung?! +++

Amoklauf und die Medien

Ich beginne mit dem sogenannten Amoklauf der jüngsten Vergangenheit. Es ist ein beispielloser Tag des Grauens und Schreckens für die Betroffenen und ihre Angehörigen. Es gibt unzählige Spekulationen über Verschwörungen, falsche Tatsachen, Vertuschungen etc. Ich möchte hier nicht auf Hinweise eingehen, die sich darüber wundern, dass ausgerechnet an besagtem Tag eine mehrere hundert Mann starke SEK-Truppe zufällig wenige Kilometer entfernt von der Schule eine gewaltige Übung abgehalten hat (sie waren daher innerhalb weniger Minuten am Einsatzort), oder darüber, dass Zeugen berichten, der Täter sei mit schwarzem Kampfanzug und schwarzer Maske in die Schule gekommen, wohingegen man auf dem Handy-Video des Selbstmordes des „Täters“ (worauf ich allerdings keinen Selbstmord entdecken konnte…), einen Jeans tragenden Menschen sieht. Auch Hinweise auf verwirrende Diskrepanzen in verschiedenen Zeugenaussagen über Abfolge der Ereignisse und deren offensichtlichem Widerspruch zu offiziellen polizeilichen Versionen soll hier nicht Gegenstand sein (wer mehr darüber wissen möchte, sollte sich des Instruments „Google“ bedienen).
Ich möchte vielmehr auf die Ausschlachtung der Ereignisse sowie der durch diese hervorgerufenen hitzigen Emotionen seitens politisch motivierter Verbrecher eingehen, sowie auf die grenzenlose Dummheit, Ignoranz und beschämende Unverschämtheit mancher „Entscheidungsträger“.
Es gibt inzwischen unzählige kritische Auseinandersetzungen mit diesem Thema im Internet, teils mehr teils weniger parteiisch. Auch ich kann mich in diesem Fall nicht als objektiv bezeichnen, weil in mir persönlich die Wut kocht über die blinde und völlig überzogene sowie unhaltbare Diffamierung der E-Sports sowie ihrer Fans. Auslöser dafür, dass ich nun – entgegen meines eigentlichen Entschlusses, diesmal einfach nichts dazu zu schreiben – doch meine Worte an die Welt richte, ist der Vorfall in Stuttgart. Als ich die News darüber las, was der Stuttgarter Bürgermeister beschlossen hat, bzw. – und das ist die eigentliche Ungeheuerlichkeit – mit welcher Begründung er dies tat, blieb bei mir außer einem offenen Mund und der puren Fassungslosigkeit eine ganze Weile nichts übrig.
Abgesehen von der wie immer bei sogenannten Amokläufen einsetzenden, völlig haltlosen Schuldzuweisung an Computerspiele(r), die nur eines eindeutig beweist, nämlich dass die Wortführer dieser Hetze sich selbst als hoffnungslose sozial-legasthenische Vollidioten entlarven, sowie der damit verbundenen ebenso peinlichen, wie sinnlosen Verbotsforderungen ist es die pure Dummheit mancher Politiker, die mich noch viel mehr entsetzt.
Stuttgarts Oberbürgermeister hat die Austragung der von Intel gesponsorten Friday Night Games untersagt. Abgesehen davon, dass er die Dreistigkeit besitzt, dies auf diese Weise durchzuziehen, ist es die Begründung, die mir beinahe Angst macht. Er sagt: Angesichts der Ereignisse und des schrecklichen Amoklaufs in Winnenden und Wendlingen, bei dem 15 Menschen getötet wurden, können wir eine solche Veranstaltung derzeit nicht in unserer Stadt akzeptieren. (Wolfgang Schuster – CDU).
Dieser Satz macht zwei Dinge ganz deutlich: Die uneingeschränkte politische und gesellschaftliche Inkompetenz von Herrn Schuster, sowie die grundlose Selbstverstänlichkeit der nicht hinterfragten Verknüpfung des „Amoklaufes“ mit Computerspielen. Herr Schuster beweist hier eindrucksvoll und beispielhaft die völlige Unfähigkeit seiner Zunft, sich wahrhaft mit der Bevölkerung, mit hintergründigen Zusammenhängen, mit Feingefühl, mit Logik und Aufrichtigkeit zu befassen. Die peinliche zur Schau Stellung dieser Geisteshaltung macht die prekäre Situation, in der wir uns befinden, mehr als deutlich. Im schreienden Kontrast zu dieser haarsträubenden Entscheidung steht, dass erst kürzlich eine große Waffenmesse problemlos abgehalten werden konnte (bei der es nunmal system-immanent wirklich ums Töten und um Werkzeuge zu eben diesem Zweck geht), wohingegen die Intel Friday Night Games ein Wettkampf sind, der nicht auf Töten abzielt. Man habe wohlwollend dem Veranstalter entgegenkommen wollen, so die Regierung, indem man vorschlug, auf andere Spiele auszuweichen und auf Counter-Strike zu verzichten, sowie mit der Forderung, eine Schweigeminute einzulegen. Die Absage der Veranstaltung sei daher größtenteils dem Veranstalter selbst zu schulden, der auf dieses Angebot nicht eingehen wollte. Ich zitiere den Pressesprecher von Turtle Entertainment, dem Veranstalter des Wettkampfes, Ibrahim Mazari: Counter-Strike gehört seit zehn Jahren zu den beliebtesten Spielen der Welt, es ist die moderne Version des Räuber-und-Gendarm-Spieles. In Deutschland ist es ab 16 Jahren frei gegeben, Blut ist in dieser Version gar nicht zu sehen. Es geht um Spieltaktik und strategisches Denken, ein bisschen wie auch beim Schach, Warcraft 3 ist ab zwölf Jahren frei gegeben und stand bei keiner Verbotsdiskussion der letzten Jahre zur Debatte.
Abgesehen davon, dass das sogenannte „Angebot“ an den Veranstalter an Unverschämtheit kaum noch zu überbieten ist. Der ESL den Verzicht von Counter-Strike nahezulegen ist vergleichbar mit einem Angebot an die Formel 1, zukünftig bitte mit Tretrollern zu fahren. Hier machen die Politiker höchstselbst alle Welt – zumindest diejenigen, die in der Lage sind ein bißchen mitzudenken – auf ihren eigenen quälenden Realitätsverlust sowie ihren höchst unprofessionellen und leichtfertigen Umgang mit übertragender Entscheidungskraft und der damit verbundenen Verantwortung aufmerksam. Auch die eingeforderte Schweigeminute ist eine Ungeheuerlichkeit. Das hat nichts damit zu tun, dass man nicht Anteilnahme bekunden soll – niemand auf dieser Welt möchte mit den Betroffenen und deren Angehörigen tauschen und sie verdienen unser Mitgefühl (wenn man denn noch weiß, was dieses Wort wirklich bedeutet). Eine aufgezwungene Schweigeminute auf einer sportlichen Veranstaltung, die mit dem „Amoklauf“ an sich rein GAR nichts zu tun hat, käme hingegen einem Schuldeingeständnis gleich. Ein Eingeständnis, das die Politiker offenbar nur zu gerne sähen, da es von den wahren Problemen ablenken und einen bequemen Sündenbock schaffen würde.
Ich bin hochzufrieden mit der Reaktion von Turtle Entertainment, sich keinesfalls auch nur einen Millimeter den völlig unberechtigen, grenzenlos dreisten Unverschämtheiten der stuttgarter CDU-Führung zu beugen.
Und ich bin hochentsetzt von der unverblümten und dreist öffentlichen Demonstration der Macht und ihrer Willkür in Kombination mit der absoluten Unfähigkeit ihrer Akteure, namentlich hier Herr Schuster von der CDU. Hier lassen sich jederzeit andere „Größen“ einreihen, wie die allergrößte Gefahr für den inneren Frieden unseres Landes seit der Machtergreifung im dritten Reich „Mr. Stasi 2.0“ Herr Schäuble, sowie die lange, traurige Reihe der politischen Komplettversager, die das Amt des bayerischen Innenministers bekleidet haben und dies noch tun.

Steinbrück vs. Schweiz: Du bist doofer

Mein zweiter Punkt heute ist der Streit zwischen unserem Finanzminister Herrn Steinbrück und der schweizer Regierung. Angefangen hat der ganze Zwist ja wohl mit der Äußerung Steinbrücks über Steueroasen und seinen Vergleich mit Indianern und über die schwarze Liste von Ländern und seinen Vergleich mit der Kavallerie. Über Äußerungen dieser Qualität mag man unterschiedlicher Meinung sein, darauf möchte ich auch nicht näher eingehen. Nur soviel, dass ich es schätze, wenn Politiker den Mut haben, ehrlich zu sein – die Formulierung ist in solchen Fällen beinahe nebensächlich.
Hätte Steinbrück einfach eine hohle Bemerkung gemacht ohne irgendwelche Hintergründe, hätte er vermutlich allenfalls ein müdes Lächeln provoziert. Aber die Tatsache, dass die Schweizer Regierung, wo sie doch noch nicht einmal namentlich benannt wurde in Steinbrücks Vergleich, nun in solch einen Affenaufstand verfällt, sich zu peinlichsten Nazi-Vergleichen herablässt und nun sogar wirtschaftliche Konsequenzen erwägt (an Unverhältnismäßigkeit kaum zu überbieten… obwohl… da komme ich später zu), zeigt eigentlich nur eines: dass Steinbrück exakt und punktgenau das Wespennest erwischt hat.
Rüge anderer Parteien, allen voran der politischen „Größen“ aus den Reihen der CDU, entlarvt nur diejenigen rügenden selbst, dass auch sie überhaupt nichts verstanden haben, oder es nicht verstehen wollen. Formulierungen wie „So geht man nicht mit seinen Freunden um“, verblassen schnell und kehren sich um in ein beschämendes Eingeständnis der eigenen Kurzsichtigkeit, wenn man sich klarmacht, in welchem größeren Kontext wir uns bewegen. Ich möchte auf diesen Satz eingehen. Es wird von „Freunden“ gesprochen. Offenbar wird hier eine merkwürdige Definition von Freundschaft angelegt, denn ich betrachte ein Land, dass systematisch Steuerflucht fördert und somit das in unserem Land erwirtschaftete Geld, das unserem Wirtschaftskreislauf entspringt und in diesen auch wieder hineinfließen sollte, systematisch abzieht, nicht gerade als Freund. Die Schweiz ist bestenfalls ein Wirtschaftlicher Partner in einem komplexen Gefüge aus Gier und Geiz. Und ich finde es absolut legitim und nebenbei gesagt auch höchst überfällig, dass diesem Umstand entgegen getreten wird. Herr Steinbrück ist meines Wissens nach einer der ersten, die es wagen, diesen Umstand einmal genau so zu benennen. Seine Formulierung ist im ersten Moment unbillig, entpuppt sich aber bei genauerer Betrachtung als geschickte Bezeichnung eines Missstandes und hat exakt die Wirkung, die sie haben sollte. Denn es lässt sich nur provozieren, der etwas zu verbergen oder zu verlieren hat. Und in der Reaktion der Schweiz wird nur eines deutlich: die pure Panik vor dem Verlust des ungeheuerlichen finanziellen Vorteils, den die Schweiz sich inmitten ihrer „Freunde“ nun so lange Zeit gesichert hatte. Und in diesem Moment erkennt man auch den wahren Zusammenhang der Verhältnismäßigkeit. Jetzt Rüstungsaufträge zu überdenken, weil ein Finanzminister angeblich beleidigend war wirkt auf den ersten Blick lächerlich unverhältnismäßig, entpuppt sich aber als verblüffend angemessen (vom Blickpunkt der „Beleidigten“, bedenkt man das Ausmaß der „Bedrohung“ für die eigene Existenzgrundlage. Hinterfragt man die Beweggründe, gelangt man ganz hinten, ganz am Ende nur zu einer einzigen alles bestimmenden Grundmotivation: Gier! Und die Schweiz entlarvt sich gerade als gieriges, stinkendes Kapitalismus-Monster, das nur aus Geiz um seine völlig ungerechtfertigten Vorteile fürchtet. Steinbrück müsste seinem Kritiker eigentlich entgegnen, dass man mit seinen Freunden nicht so umgeht. Wären die Schweiz nicht ein Finanzpartner, sondern wirklich unser Freund, wäre es keinem Menschen möglich mit schweizer Vertuschung Steuerflucht zu begehen. Steueroasen begünstigen, ja fördern sogar die Steuerflucht, bieten Vertuschung an, bieten Schutz an für alle, die genug Geld aus ihrem Land mitbringen und es in die Steueroasen treiben. Streng genommen müsste man die Verantwortlichen für diese Vertuschungen und Begünstigungen hierzulande anklagen und ein Auslieferungsverfahren anstreben. Dann würde sich zeigen, wie sehr man denn nun „Freund“ ist. Nein, liebe Schweizer Regierung, so gerne ich auch Eure Schokolade mag, aber diese politsche Reaktion und dieses haarige Affentheater, worüber ich nur verwundert den Kopf schütteln kann, entlarvt Euch leider alle als schuldig im Sinne der Anklage. Steinbrück hat Recht. Und in der Geschichte der Menschheit waren es immer diejenigen, die wirklich Recht hatten, die unbequem waren. Der Mensch neigt zur Ansammlung von Müll, von Verstrickungen, von falschen Freunden, von Mustern, von Machtspielchen… und jedes Mal, wenn jemand diese Missstände benennt, ist das in allerhöchstem Maße unbequem.
Ich bin gespannt, wer sich in Zukunft noch so alles an unbequemen Wahrheiten stoßen wird, denn jedes Mal entlarvt sich ein weiterer Schuldiger.

Das Kölner Stadtarchiv – De Klüngel

Dritter Punkt heute ist die Geschichte mit dem eingestürzten Stadtarchiv in Köln. Diese Sache beschäftigt mich allein aus dem Grund, weil ich den Staub förmlich riechen konnte an dem Tag. Es ist nunmal ein Unterschied, ob man schreckliche Dinge aus dem Fernsehen sieht oder ob es nebenan in der eigenen Wirklichkeit geschieht. In diesem Fall war es nunmal letzteres und deswegen nehme ich diese Geschichte auch anders wahr.
Als Einwanderer nach Köln fühle ich mich natürlich nicht als Urkölner, wenngleich ich auch die hiesige Lebensart einerseits schätze, andererseits aber fürchte. Ich habe von Freunden die mit Kopfschütteln vorgetragene Formulierung gehört „sowas kann auch echt ohne Scheiß nur in Köln passieren!“. Und diese Formulierung ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Ich bin zugegebenermaßen nicht voll informiert und kann mich auch nur auf die Informationen stützen, an die man als Bürger in diesem Land herankommt (auch unter Zuhilfenahme des Internets), aber was inzwischen so alles an Dilettantismus zu Tage kommt, ist schon bezeichnend und ringt einem nach einer Weile wirklich die fassungslose Erkenntnis ab, dass so etwas wirklich nur in Köln passieren kann. Man betrachte nur die Aufdeckungen der Weiterreichnung der Bauaufsicht oder die selbstverständliche Ignorierung der Vorgaben zum Umgang mit dem Grundwasser. Inmitten der hilflosen Akteure, von denen keiner weiß, was los ist und keiner weiß, worum es geht, steht der völlig glanzlose Kölner Bürgermeister, der ebenfalls keine Ahnung zu haben scheint und der sich mit demonstrativ gespielter Entrüstung über ungehorsame Mitarbeiter selbst noch irgendeinen Einfluss einzureden versucht. Im Hintergrund werkelt die KVB und hinterlässt Undurchsichtigkeit. In den Medien heulen publikumswirksam die Historiker in die Kameras, weil sie um das viele schöne Papier trauern, das nun entsetzlicherweise vom Blut zweier Menschen beschmutzt wurde und vermutlich nicht mehr zu retten ist. Rund um die Unglücksstelle verlieren unzählige Leute ihre Wohnungen und Häuser, entlang der Bahnlinie verbleiben ebenfalls unzählige Häuser mit Rissen in Verbindung mit völlig verunsicherten Bürgern. Alles, was den Verantwortlichen wichtig scheint, ist die Rettung des eigenen Halses und die schnellstmögliche Vertuschung oder Schuldweitergabe. Die Tugend, dazu zu stehen, wenn man wissentlich Scheiße gebaut hat, ist wohl längst in Vergessenheit geraten. Und zurück bleiben neben all der Bilder und hohlen Worte hier in Köln nur die leise von den Straßen widerhallenden Paragraphen des „Kölner Grundgesetzes“:
„Et es wie et es! Et kütt wie et kütt! Et hät noch immer jot jejange! Wat fott es, es fott! Et bliev nix, wie et es! Wat wellste maache! Wat sull dä Quatsch? Do laachs dich kapott!“ …

Opel-Rettung?!

Opel-Rettung… uahr, wo ist die Kneifzange. Ich will hier jetzt gar nicht viel Hintergrundwissen heucheln oder irgendwelche tollen Ideen bringen oder zeigen, wo Politik versagt und Leute Dummheit demonstrieren (zumal sie das schon selbst ganz gut können). Ich stelle nur fest, dass wir nun an einem Punkt angelangt sind, an dem wir vor dem Scherbenhaufen dessen stehen, was in der Vergangenheit stets als freier Kapitalismus angepriesen wurde. Doch die Blüte dieser wundervollen Weltordnung entpuppt sich mehr und mehr als Pestblüte.
Ich finde es einfach traurig, dass ein amerikanischer Konzern, offenkundig geleitet von wirtschaflichen, ökonomischen Versagern, deutsches Know-How kauft, entführt, einen deutschen Traditionskonzern zu einem willenlosen, mittellosen und hilflosen Zombie macht, jede Technologie sofort entwendet, den Erfinder der Technologie für die Nutzung selbiger (selbst erfundener!!!) Technologie Patent-Gebühren zahlen lässt, jene Patente nun wegen der eigenen Mittellosigkeit an Dritte (in diesem Fall die US-Regierung bzw. das Finanzamt) weiterverpfändet und nun noch bei Gesprächen mit einem deutschen Wirtschaftsminister, der für seine Parteizugehörigkeit verhältnismäßig untypisch ein recht solides und kompetentes Bild abgibt, weiterhin frech einer Rettung des zuvor zu Grunde gerichteten deutschen Traditionsunternehmens im Wege steht.
Die Bundesregierung hat in diesem Fall keine wirklich akzeptablen Optionen. Sie ist voll in die Falle getappt und hat nun die Wahl zwischen Katastrophe A und Katastrophe B. Entweder, Opel werden Milliarden in den kranken Rachen gesteckt (Milliarden, die der Staat so ganz nebenbei – genau, wie die Milliarden, für die Urlaube der Bankmanager – nicht hat), wovon anschließend vermutlich ein erheblicher, wenn nicht der größte Teil in die USA zur Konzernmutter GM abfließt (und Opel im Anschluss vermutlich trotzdem stirbt), oder Opel wird vom Staat nicht unterstützt, geht pleite, hinterlässt tausende Arbeitsplätze, treibt die Zulieferindustrie in den Ruin, was andere Autobauer in Nöte bringt, die dann ebenfalls Arbeitsplätze abbauen müssten, reißt auf diese Weise ein astronomisches Loch in den Bundeshaushalt (Stichwort Arbeitslosigkeit und Hartz4 etc.) und treibt im schlimmsten Fall unsere gesamte Bundeswirtschaft in den Ruin. Nebenan gehen deutsche Banken pleite, während sich die Schweizer daran stoßen, dass sie ihre Nachbar-Freunde nicht mehr länger aussaugen können, wie sie das gewohnt waren.

Fällt eigentlich irgendjemandem etwas auf? Sieht jemand den Zusammenhang zwischen Gier, Geiz und dem nun stattfindenden Untergang der westlichen Zivilisation? Denn nichts anderes ist das hier, wovon wir gerade Zeuge sind. Es ist der Anfang vom Ende unserer Kultur. Nebenbei werden Überwachnungsapparate geschaffen, nebenbei und klammheimlich wurde die Online-Durchsuchung auf „schwere Straftaten“ ausgeweitet (per Definition alles, was Haftstrafen ab fünf Jahren zulässt), was „Raubkopierer“ mit einschließt (na? wer erinnert sich an die Kinowerbung „Raubkopierer sind Verbrecher – fünf Jahre Haft!“), womit jeder, der einmal etwas aus dem Internet gezogen hat, wofür er nicht bezahlt hat plötzlich zur legitimen Zielgruppe der Online-Durchsuchung wird. RFID-Chips (Google ist Dein Freund) werden in den neuen Ausweisen und Reisepässen Pflicht, von den Voraussetzungen für eine Reise in die USA mal gar nicht zu sprechen.
Wir bewegen uns mit Volldampf auf einen ganz gewaltigen Showdown zu. Uns so ganz langsam formieren sich die Beteiligten dieses letzten großen Krieges.

Ben.

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